Der Bröltalbahnweg entwickelt sich zunehmend zu einem Radschnellweg. Nur dass er – für die Räder bedauerlicherweise – auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer*innen (ausser Autos) zugelassen ist. Er ist insofern der “lebende” Beweis, dass auch in einer autofreien Zukunft das Recht des Stärkeren weiter regiert – es sei denn, es gibt eine grundlegend andere Verkehrspolitik und Kultur im öffentlichen Raum. Zukunftsmusik, ich weiss.
Die Gegenwart geht so. Im Zuge der Bauarbeiten der BAD GmbH in der Herbert-Rabius-Strasse, die als Gewerbesteuerzahlerin von Kommunalpolitiker*inne*n aller Parteien auf Knien rutschend angebetet wird, wurde nun die bahnparallele Radverbindung zum Bhf. Beuel und über einen Durchstich neben der Staatsanwaltschaft auch ins Beueler Geschäftszentrum gesperrt. Ich behelfe mir als Ü60er mühselig, indem ich mein Fahrrad die Treppenstufen zur Herbert-Rabius-Strasse hochschleppe. Für meine Altersgenoss*inn*en mit ihren schicken Pedelecs und E-Bikes ist das vermutlich keine Option – zu viele Kilos.
Proteste von der Gewerbegemeinschaft, deren Chef nebenbei für die CDU Bezirksbürgermeister werden will, und das vermutlich vergeblich, oder vom Einzelhandel sind zu mir bisher nicht vorgedrungen. Zählen Sie mal in der Friedrich-Breuer-Strasse durch, wieviele Fahrräder und wieviele überbreite SUVs dort parken. Abstandsgebot? Haha.
Was wäre die Lösung? Lösung keine. Aber Behelf, wie es auf Autostrassen normaler Alltag ist: je ein Hinweis auf die Baustellensperrung an der Kreuzung Bröltalbahnweg/Rathausstrasse, sowie an der Kreuzung Kreuzstrasse/Herbert-Rabius-Strasse. Im Prinzip kein Heldenwerk, sondern Alltagsroutine. Ist es aber offensichtlich nicht. Preisfrage: warum nicht? Suchen Sie die Antwort am Sonntag in der Wahlkabine; oder geben Sie sie bei der Briefwahl.