Das Missverständnis vom Verkündigungsauftrag der Medien
Ich bin Stammhörer des DLF-Medienquartetts. Gestern wurde jedoch das Thema verfehlt. In der Schule bekam ich dafür eine 5. Es lautete: “Wir heißen Euch hoffen – Sollen Medien Zuversicht vermitteln?”. Das Fragezeichen verdeckt nur notdürftig, dass eine journalistisch falsche Denke, mglw. sogar eine bezeichnend fatale Fehlschaltung des real existierenden deutschen Journalismus vorliegt.
Es ist ja Zeit, hören Sie sich das ruhig mal an (Audio 43 min; gestern war die Sendung noch nicht online; mglw. dauert das noch bis Montag 28.12., weil der Sender in der Onlineredaktion an den Feiertagszuschlägen spart; Sie finden die dann aber an der verlinkten Stelle). Leider kein “Best-Practice”-Fall, sondern eher eine Nachhilfe in Fehlerkorrektur. Lutz Hachmeister versuchte geradezu verzweifelt “Empirie” der aktuellen Medien- und Journalismus-Verhältnisse in die Runde zu werfen. In seinem Vergleich zwischen “Bild” und “Zeit” verzichtete er höflich auf den Hinweis, dass die zu Recht vielfach kritisierte “Bild” die abkackendste verkaufte Auflage von allen hat (Fäkalsprache muss bei diesem Medium erlaubt sein). Sowohl Hachmeister als auch Christiane Florin/DLF wiesen jeden Erziehungs- und Verkündigungsauftrag von sich. Richtig. Wobei Florin bei “Tag für Tag” exakt an der Schnittstelle sitzt, die von ungläubigen Haushaltsabgabezahler*innen vielfach kritisiert wird.
Macht doch einfach Euren Job. Und überlasst das Verkünden und Erziehen denen, deren Job das ist. Dann können wir selbst entscheiden, was wir ein- und was wir abschalten – bzw. klicken. Bild schmilzt schneller als das Arktiseis; die Zeit und der DLF legen kontinuierlich zu – sie sollten das nicht gefährden.