Es ist nicht erforderlich, Milliardärsstiftungen unbewiesene Verschwörungen zu unterstellen. Es reicht völlig aus, sie anhand der Tatsachen, von ihnen geförderter Projekte, zu kritisieren. Dazu zählt “Alliance for a Green Revolution in Africa – Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika” (AGRA). Sie ist geeignet, die globale Ökologie zu destabilisieren, eine grosse Zahl landwirtschaftlich arbeitender Menschen in lebenslange Abhängigkeit zu versetzen – und warum? Um einem kapitalistisch pervertierten “Effizienz”-Gedanken hinterherzuhinken. Der Agrarwissenschaftler und Toxikologe Peter Clausing/lunapark 21 findet das schlecht.
Die Grünen waren in ihrer bisherigen Parteigeschichte die originäre “Heimat” solcher Kritik. Doch wie wird sich das qualitativ und quantitativ darstellen, sollten sie sich in diesem Jahr an einer Bundesregierung beteiligen? Und die Chance bekommen, solche Kritik in Politik umzusetzen? Eine Wette würde ich darauf derzeit nicht eingehen.
NSU – eine unaufgelöste Neverending Story
Thomas Moser/telepolis zieht eine Zwischenbilanz der vereitelten Aufklärung der NSU-Mordserie. Ich teile seine Kritik in der Sache. Weniger einverstanden bin ich mit seinem geringschätzigen Urteil über Antifaschist*inn*en, die in durchaus relevanten Einzelfragen zu anderen Schlüssen kommen. Ich teile Mosers grundsätzlich ablehnende Skepsis gegenüber all den dilettierenden Geheimdiensten, vermag aber Leute, die auf sie noch Hoffnungen zu setzen versuchen, nicht so apodiktisch niederzuurteilen. Antifaschist*inn*en verschiedener Meinungen müssen untereinander dialogfähig bleiben.