Der Verkehrskollaps ist absehbar – Danksagungen an die Landesregierung(en)
Ich erinnere mich nur noch dunkel, da wollte der ehemalige Sozialdemokrat und kürzlich verstorbene Wolfgang Clement eine Magnetbahn durch NRW flitzen lassen. Jahrelang hat der Konflikt darum die damalige rot-grüne NRW-Koalition beschäftigt und gedanklich ausgelastet. Am Ende kam die weit vernünftigere Planung des RRX dabei heraus. Nur: fertig ist der noch lange nicht.
Und die Verkehrskatastrophen, die in Sichtweite sind, kann er auch gar nicht alleine lösen. NRW braucht nicht nur eine neue Linie, sondern ein völlig neues klimaneutrales und flächenschonendes Verkehrsnetz. Das werden jedenfalls neue Autobahnen nicht sein können. Die werden aber munter weiter geplant, von der Regierung eines gewissen Herrn Laschet, dem Ambitionen auf das Erbe Angela Merkels nachgesagt werden.
Es war und ist schon abstrus genug, was der alte Laden strassen.nrw, der jetzt in die Autobahn GmbH aufgegangen ist, südlich von Köln zwischen Wesseling und Porz zurechtgesponnen hat – nicht nur eine Flussbrücke, sondern beidseitig des Rheins kleinstadtgrosse Autobahnkreuz-Bauwerke. Diese Planung bekommt nun eine neue Ausleuchtung. Die Leverkusener Brücke ist für viele Fahrzeuge, u.a. Laschets gepanzerte Limousine, heute schon weitgehend unbefahrbar. Bei der Bonner Nordbrücke (“Friedrich-Ebert-Brücke”) ist das ebenfalls fest prognostiziert: nach dem derzeit heftig umkämpften “Tausendfüssler” (2028? 2030? – oder stürzt sie einfach irgendwann ein, wie die Lärmschutzwände?). Und nun ist raus: die Rodenkirchener Brücke im Süden Kölns, über die sich derzeit die LKW-Kolonnen quälen, ist ebenfalls im Arsch.
Da ist die Vorhersage nicht sehr gewagt, dass in unserer Region ein Bürgerkrieg ausbrechen wird, der durch seine klimapolitische Dimension Ähnlichkeiten mit der einstigen Auseinandersetzung um die Atomkraft entwickeln kann. Es geht um ähnlich viel Kapital, es geht um sehr langfristige Weichenstellungen mit jahrzehntelang bleibenden Folgen. Die Region wird etwas bauen, was ihre Kinder und Enkel noch sehr lange nutzen müssen.
Zuvor jedoch, also in sehr naher Zukunft, wird gestritten werden müssen. Welche Mobilität wollen wir in der Köln-Bonner Bucht? Und welche sind wir schon lange leid? Haben wir die Kommunalpolitiker*innen, die für solche Kämpfe die nötigen Qualitäten mitbringen? Ich kenne nicht viele, denen ich das zutraue. Am liebsten würde ich rufen: Fridays For Future – bitte übernehmen! Eh es diese blinde Landesregierung tut (den zuständigen Fachminister handeln viele ernsthaft als möglichen Laschet-Nachfolger!). Tiefer gehts nicht.