Toter Fussball hebt sein Haupt / Bonner Infektionszahlen
Viele haben nicht zugeguckt. Im Stadion keine*r, vor der Glotze nur gut 6 Mio., weniger als 10% der Republik. Einer der Lieblingsspieler unserer Oberbürgermeisterin Katja Dörner, bekennende Werder-Anhängerin, Fin Bartels setzte seine Karrierepointe. Nach meinem Gefühl war der 33-jährige in seiner Profikarriere mehr verletzt als spielfähig. Wenn er spielte, dann selten 90 Minuten durch, vermutlich, weil bei ihm als trickreicher Unterschiedsspieler defensive Anlaufarbeit nicht zu seinen Lieblingstätigkeiten gehört. Gestern spielte er 120 Minuten durch, und verlud im letzten entscheidenden Elfmeter den angeblich “besten Torwart der Welt”, den ich wegen seiner grosszügigen Geschenkepraxis gegenüber Borussia Mönchengladbach so schätze, so lehrbuchmässig, dass es der übergrossen Mehrheit “Fussball-Deutschlands” eine noch grössere Freude war.
Und nun zum Wichtigen
Das Informationschaos zum Impfen hat sich nach meiner Kenntnis in unserer Stadt bis heute noch nicht gelichtet. Wer sich gerne und dringend impfen lassen will, weiss noch nicht, wann sie*er dran ist.
Die Infektionszahlen sind in den letzten beiden Zahlen auch nicht mehr gesunken, immerhin aber gegenüber der Vorwoche, was zu einer 7-Tage-Inzidenz von 106,06 führt. Das ist der niedrigste Wert seit Umstellung auf die Winterzeit (Ende Oktober). Bonn als wohlhabende, bürgerlich-saturierte Stadt ist im Vorteil mit seinen vergleichsweise geringen soziale Brennpunkten. Im Beueler Zentrum z.B. ist es tagsüber so “lebhaft”, wie sonst nur, wenn ich von durchzechten Abenden in Köln am Beueler Bahnhof zurückkehre. In manchen Ruhrgebietsstadtteilen sieht es schlechter aus. Und am Schlechtesten, anders als in der ersten Pandemiewelle, im deutschen Osten, vor allem Sachsen und Thüringen; aber auch Berlin ist von stark verdunkelten Brandenburg-Kreisen umringt.
Wie gesagt: eine Pandemie ist erst vorbei, wenn sie überall vorbei ist. Da hilft weder Lokalpatriotismus noch Impfnationalismus.