Ist Berlusconi für die Grünen? / Wird die DFL unverkaufbar?
RTL hat kürzlich auf die PR-Pauke gehauen, weil sie angeblich der ARD das Projekt “Klima vor 8” weggeschnappt hatten. Jetzt macht Pro7Sat1 Lärm damit, dass sie die erste Kanzlerkandidatin der Grünen exklusiv interviewen würden. Beide haben es nötig. Bertelsmanns RTL hat 2021 einen TV-Marktanteil von 7,6% (in den 90ern war das mal knapp das Dreifache), und Pro7, das das Interview senden will, hat einen Marktanteil von 3,9%. Es stellen sich also viele Fragen, wer von den Beteiligten wie wenig nachgedacht hat.
Ich spekuliere, dass die Spindoktor*inn*en von Frau Baerbock, die ja mit denen von Herrn Habeck identisch sein sollen, selbstverständlich den Sendetermin 20.15 h standesgemäss, und die Interviewer*in Katrin Bauerfeind und Thilo Mischke total “stylish” finden. Ob sie Mischkes Wikipedia-Eintrag wirklich gelesen und verstanden haben? Was im Trashmedium TV noch so als “stylish” durchgeht, ist halt immer eine Frage der Perspektive.
Was sie dagegen totsicher nicht vorgenommen haben, weil sie das nirgends gelernt haben, war eine materialistische Analyse. Wer ist der Medienkonzern, an den sich die Hauptstadt-Grünen exklusiv vergeben? Aus tragischem Anlass habe ich vor nicht so langer Zeit hier eine kleine, hässliche Milieustudie zu ihm verfasst. Ich will mich nicht beschweren, dass Grüne das nicht zur Kenntnis nehmen. Obwohl: imgrunde doch. Ich bin zwar nicht wichtig genug. Der Konzern aber, und was er anstellt, ist leider wichtiger, als es Grünen lieb sein kann. Wenn sie denn zu einer materialistischen Analyse fähig wären. Familie Berlusconi, politische Partner von Flüchtlingsmörder Salvini, und ein tschechischer Braunkohleoligarch als neue Medienpartner der Grünen – wie sieht das aus? Was meinen Sie? Egal. Mögen sie also doof und glücklich wahlsiegen. An dieser Frage wird das gewiss nicht scheitern.
DFL bald unverkaufbar?
Schreckensbleich starren die Fussball-Buzzynezzmänner auf die Tabelle. Nein, nicht die mit den Infektionszahlen. Auch nicht die mit den infizierten Fussballern. Nein, die sind denen wurst. Aber wenn der Verein aus der Stadt mit dem Dom, ausserdem der aus meiner Geburtsstadt, und dann noch der aus der Stadt, deren Existenz breit bezweifelt wird, absteigen, also drei Vereine aus NRW – ja, wer will denn dann noch gucken?
Dann wird die Zweite Liga zum Premium-Produkt: HSV, St. Pauli, Schalke, FC Köln, Fortuna Düsseldorf, Hannover, Braunschweig, Nürnberg, die Sechzger aus München könnten noch aufsteigen. Meine Borussia Mönchengladbach sollte an ihrem Trainer festhalten und ihnen im Abstieg nächste Saison folgen.
Dann sollen der Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum und die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA zusehen, wie sie mit den Plastikklubs in der 1. Liga glücklich werden.