Kein gutes Zeichen: Moritz Hunzinger macht Geräusch
“Mit Rechten reden” hiess mal ein Buch und eine Parole im “linksgrünversifften” Diskurs. Wers mag, bitte schön. Meine Zeit als alter weisser Mann ist zu knapp. Ich will mich hier einer anderen absteigenden Minderheit zuwenden: Männern. Auf die Idee brachte mich ein Mann, von dem ich schon lange nichts mehr gehört und gelesen, und das ich darum für ein gutes Zeichen vor allem ihn selbst betreffend gehalten habe. Und heute sprang er mir wieder ins Gesicht, in Steffen Grimbergs taz-Kolumne.
Von meinem Freund Rolf Sachsse habe ich längst gelernt, wie politisch relevant Bilder und Fotoarchive sind. Über sie zu verfügen verspricht Macht. Das wird es sein, was den Hunzinger angezogen hat. Unklar bleibt für mich, ob er selbst über das für diesen Erwerb nötige Kapital verfügt, oder ob er nur ein Strohmann für andere Interessen ist. Diese Frage zog sich schon durch seine früheren öffentlichkeitswirksamen Tätigkeiten, über die vor knapp 20 Jahren der Freitag hier und hier berichtete. Zu der redaktionellen Bemerkung unter dem zweiten Link kann ich nachtragen, dass der beschriebene Konflikt dem Freitag jedenfalls nicht geschadet hat, der damals verantwortlichen Redakteurin und bis heute verehrungswürdigen Andrea Roedig ebenfalls nicht, im Gegenteil.
Der Herr Scharping hat es immerhin noch zum Radfahrerpräsidenten (nicht ADFC, sondern die andern, mit dem Dopingkram) gebracht. Der Herr Özdemir schaffte sogar wieder ein bemerkenswertes Comeback, so dass er sich Nachfolgechancen für einen gewissen Scheuer erhofft. Prompt taucht der Hunzinger wieder auf. Eine Warnung?
DDR-Männer und ihre Jünger
Kennen Sie Detlef Kannapin? Ich nicht. Ich verstehe auch nicht, was er schreibt (Junge Welt, demnächst Paywall-Archiv). Die Herren Dieckmann, Müller (Heiner) und Harich habe ich alle sehr geschätzt, weil sie zu meiner politischen Bildung beigetragen haben. Kannapin verteidigt zwei von denen gegen den andern. Ich bemerke beim Lesen viel Geringschätzung (Hass?) aber kaum nachvollziehbare Argumente. Für manche Autor*inn*en und Feuilletons ist das ja schon Distinktionsgewinn, wenn Doofe wie ich nicht verstehen. Aber vielleicht will ich auch nur nicht.
Wer wird Kanzler?
Warum gehen alle wieder davon aus, dass es ein Mann wird? Nun ja, sowohl Bettina Gaus/Sp-on als auch Volker Riegger/bruchstücke erklären zutreffend, dass die Kanzlerin nicht vom Volk gewählt wird. Das hat schon immer die Chancen der cleversten Machtmänner erhöht (und die FDP). Dass ich dennoch mit Scholz statt Laschet rechne, hat damit zu tun, dass die eigentlich Mächtigen in der Ökonomie sich mit Scholz (+ Habeck, Baerbock und Lindner) bessere Perspektiven als mit dem mit Kummer, Sorgen und unfähigen Parteifreund*inn*en beladenen Laschet ausrechnen. Das ist nicht schwer und schon mit mittlerer Intelligenz gut zu erkennen.
Kinder, KINDER!
Die Krankenkasse DAK macht heute Schlagzeilen, die wirklich wichtig sind. Harald Neuber/telepolis (ein Mann, alle mal herhören, ein Mann schreibt über Kinder!) berichtet darüber, und hat auch freundlicherweise zum Originaltext verlinkt. Wahlkampfthema? Entscheiden Sie selbst.