Und: Wundersame Bahn LXXV / Schweine / Radautobahnen und ihre Bauer / Erdogan am Ende?
Die Frau hat es drauf. Alexandria Ocasio-Cortez (“AOC”) versteht sich nicht nur selbst als Sozialistin (in den USA!), sondern sie hat auch eine präzise Analyse, wie das Kasperletheater heutiger Medienindustrie funktioniert. Alle pawlowschen Reflexe sind in ihren Strategien schon eingepreist. Ich nenne das Intelligenz, in der Hinsicht ist der deutsche Bundestagswahlkampf ein Hungergebiet.
AOC hat es mit einem banalen Ballkleid geschafft, nicht nur die Käseblätter ihrer Heimatstadt, sondern die “Weltpresse” zum Durchdrehen zu provozieren. Heiner Jüttner hat mich ja kürzlich belehrt, dass Adel in Deutschland seit 1919 abgeschafft ist. Was wollen uns die “vons” also mitteilen? Winand von Petersdorff/FAZ ist in Familienforschung immerhin so kompetent, dass er recherchiert hat, dass die Lieferantin von AOCs Ballkleid Aurora James gar nicht “aus Eritrea oder Burkina Faso”, sondern aus Toronto ḱommt, womit er uns übermittelt, ohne darauf festgenagelt werden zu können: ist die überhaupt eine richtige Schwarze? Ich musste sehr lachen. Allein das war es wert.
Wundersame Bahn LXXV
Sie fährt wieder. Wie so oft, steht die Frage als Elefant im Raum: warum nicht gleich so? Der DB-Vorstand genoss den Anti-Symp-Typ Weselsky als böses Feindbild. Und Weselsky seine Berühmtheit, und im Kern auch seinen Erfolg im Rollenbild des tapferen Kämpfers für seine Mitglieder gegen den mächtigen Rest der Welt. So hatten alle was davon. Ausser die auf den Bahnsteigen. Und ausser der narkotisierten DGB-Gewerkschaft EVG.
Schweinegipfel
Aus dem kam weit weniger raus. Kein Schwein jedenfalls. Da hätte Julchen wohl besser eine Wahlkampfschulung für Weinköniginnen durchgeführt, da hätte sie dem Armin mehr mit geholfen. Jost Maurin/taz berichtet, was die Vernünftigen fordern: Schweine”produktion” halbieren, und das zügig. Aber dafür hat die Ministerin Klöckner keine Zeit. Die ist – jede Wette – froh und glücklich, wenn “es” vorbei ist. Gucken Sie sie sich nur richtig an, dann sehen Sies auch.
Radautobahnen und ihre Bauer*innen
Der ADFC-Kreisvorstand Bonn hat sich noch mal “einstimmig” (boah, ey!) für die Verbreiterung der künftigen Radschnellwege in der Rheinaue ausgesprochen. Mein alter Kollege Bernhard Meier, im früheren Leben Pressesprecher von StrassenNRW, wirft im gedruckten ADFC-Mitgliedermagazin “Rückenwind” noch mal sein ganzes argumentatives Gewicht in die Waagschale (“Mein Freund, der Baum”, echt lustig).
Noch lustiger ist, was die Radautobahnplaner*innen im Ruhrgebiet wieder angerichtet haben. Das sind im Prinzip u.a. die, für die Bernhard früher arbeiten musste. Das Pendeln nach Gelsenkirchen, das war hart (ich kenne die Strecke). StrassenNRW ist übrigens, das war eine der genialen Andy-Scheuer-Strategien, in der Autobahn GmbH aufgegangen. Aber das wäre jetzt wieder ein ganz anderes Thema.
Erdogan gehts nicht gut
In mir stieg ein Gefühl von Gerechtigkeit verbunden mit Hoffnung auf. Ich wünsche niemandem lebensgefährliche Krankheiten, so wenig, wie ich für die Todesstrafe bin. Aber Männer, die nicht aufhören wollen, machen es einem*einer nicht leicht. Lesen Sie hier.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net