Wundersame Bahn LXXVI
Die Deutsche Bahn trifft die Fettnäpfchen wie sonst wohl nur noch der Herr Laschet. Gestern gab sie ihre neuen Fahrpreiserhöhungen bekannt, als gäbe es keine Klimakrise, und als wolle sie schon mal ein böses Omen über eine kommende neue Regierung verhängen. Gleichzeitig traf bei mir die nächste Jahresrechnung für die Bahncard 50 ein (noch zum alten Preis). Die höchsten Preiserhöhungen werden wie immer über die Stammkund*inn*en verhängt. Anders – mal wieder – Österreich.
Jüngst stritten sich Extradienst-Autor Adalbert Krims und bruchstuecke.info-Autor Wolfgang Storz hier darüber, inwieweit Österreich ein “Vorbild” für Deutschland sei. Ich weiss es natürlich auch in diesem Fall nicht ganz genau. Mindestens ist Österreich ein Marketing-Vorbild. Während die DB sich offensiv unbeliebt macht, verkündet die dortige schwarz-grüne Bundesregierung – die wahrlich, insbesondere in der Flüchtlings- und EU-Politik, fortgesetzt Scheisse baut – ihr Klimaticket. Anders als von der FAZ berichtet, ist es, früh genug gebucht, noch 150 Euro billiger: für 950 Euro im Jahr ist der gesamte öffentliche Verkehr der Republik nutzbar, für mich als Senior sogar schon für 700 Euro.
Wie dem FAZ-Bericht zu entnehmen ist, hat es zwischen Bundesregierung und Bundesländern zuvor ein ausgedehntes Gefeilsche gegeben. Das ist selbstverständlich auch hierzulande so sicher wie das Amen in der Kirche, und wird die gegenwärtigen Koalitionsverhandlungen in Berlin an Theatralik sicher in den Schatten stellen.
Ich bekam gestern im Gespräch mit Freund*inn*en noch einen wichtigen Gedanken, was gegen ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen spricht. Mich überkam der Gedanke, die Suizid-Idioten auf den Autobahnen könnten aufs Fahrrad umsteigen. Mich überkam die Ahnung, sie schon gelegentlich am Rheinufer gesehen zu haben. Nein, bitte sperrt sie in ihrem Porsche ein, und lasst sie auf der Berliner Avus auf und ab fahren, bis das Erdöl alle ist. Ich will die hier nicht haben.