„Ich bin in Sorge, dass sich die Art und Weise, wie wir in Deutschland leben, zu stark verändert.“ Dieser Aussage sollen einer Infratest-dimap-Umfrage zufolge 60% der befragten Bundesbürger*innen zugestimmt haben. Bei allen Parteianhänger*inne*n – ausser den Grünen – sollen sie die Mehrheit stellen. Auf dieser Grundlage zerbricht sich Wolfgang Storz/bruchstuecke.info den Kopf für die CDU, wie sie sich in Zukunft profilieren soll. Eine Gefahr, dass sie auf ihn hört, besteht eher nicht.
Gleichzeitig haben Untersuchungen der der CDU nicht fernstehenden Forschungsgruppe Wahlen (Mannheim/ZDF) und der Konrad-Adenauer-Stiftung ergeben, dass eine stark konservative oder auch nur christliche Ausrichtung keine Chance für die CDU verspricht, mehr als ein Drittel der Bevölkerung zu gewinnen. Nunja, nach der Bundestagswahl wären sie wahrscheinlich schon froh, wenn sie wenigstens das schaffen würden.
Aber sie haben in diesem Spektrum kein Monopol mehr. Was Storz nicht in Erwägung zieht, kann ich hier an seiner Stelle übernehmen. Wenn er Robert Habeck in der jüngeren Vergangenheit besser zugehört hätte – vielleicht hat er es, es aber an dieser Stelle grossmütig weggelassen – dann hätte er bemerkt, dass der längst in diesem politischen und soziologischen Feld unterwegs ist. Oder wie hat denn wohl der Herr Kretschmann seine Wahlsiege errungen?
Schlecht betreut müssen sich eher die Teile der Bevölkerung fühlen, die es mit den lebensnotwendigen Veränderung eilig haben, weil sie z.B. die Klimaveränderungen allzu gerne überleben würden, sich keine Sorgen um ein Existenzminimum machen wollen, und von einer Regierung erwarten, dass sie den Frieden mindestens auf unserem Kontinent sichert, und ihn nicht auf anderen Kontinenten, z.B. durch Rüstungsexporte, sabotiert.
So viel Konservatismus scheint derzeit von allen deutschen Parteien – auch und gerade von dieser – zu viel verlangt.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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