Ob etwas eine “Zeitenwende” ist, klärt sich in der Regel weit später. “Die Geschichte”, also die Nachgeborenen entscheiden, ob etwas, was in der Vergangenheit passierte, auf ihr eigenes Leben wichtige Nachwirkungen hat. So gab es in den Kommentaren zu Extradienst-Texten eine Infragestellung dieser Zeitenwende für den Ukrainekrieg. Sie sei bereits 1999 gewesen, als die Nato, nach Auskunft des damaligen Bundeskanzlers “völkerrechtswidrig” in Jugoslawien in den Krieg einstieg. Ich fürchte: beides war, bzw. ist eine Zeitenwende.

Der Ukrainekrieg ist es deshalb, weil er für zahlreiche weitere “Wenden” von Regierungen und Lobbys genutzt wird. Die gewichtigste Wende droht zu werden, dass wirksamer Klimaschutz um Jahre oder gar Jahrzehnte verschoben wird. In meinen Texten von heute – “Was ist gefährlich neu?” – und gestern “Verdächtige rufen ‘Haltet den Dieb!'” gebe ich Ausdruck, wie nervös mich das macht. Heiner Jüttner behandelte gestern in “Benzinpreis und Kriegsgewinne” das gleiche Motiv.

Reinhard Olschanski meldet sich heute zweimal zu Wort. Mit seinem “Russland-Blues” sowie einem Kommentar zur heutigen Bundestagsdebatte, die vom Männerressentiment der CDU und CSU gegen die “Feministische Aussenpolitik” gekennzeichnet wurde.

Bleibt noch meine lobende Erwähnung eines DLF-Kultur-Features von Marius Elfering über “Gelsenkirchen” zu erwähnen. Es war die zweite von insgesamt drei Folgen. Lobenswert, dass der Mann nicht nur auf der Durchreise war, sondern sich als ortsfremder Bickendorfer Zeit genommen hat, diese Problemstadt kennen zu lernen. Was selten ist, ist wertvoll.

Ihnen eine gute Nacht, bzw. einen guten Morgen.

Freundliche Grüße
Martin Böttger

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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