In “Weltordnung?” wählte ich öffentliche Äusserungen des französischen Öḱonomen Michel Aglietta und der US-Finanzministerin Janet Yellen als Gerüst. Determinismus, dass immer alles so kommt, wie “die da oben” wollen, lehne ich radikal ab. Das wäre historischer und sozialer (sozialwisssenscftlicher sowieso) Nihilismus. Um kohärent auftreten zu können, müsste sich der freiheitsliebende Westen empathischer um das Schicksal demokratischer Freiheitskämpfer wie Julian Assange und Edward Snowden kümmern. Stattdessen lassen sich seine politischen Klassen von was-mit-Medien-Meuten treiben. Armselig.

Dass es dazu Alternativen gibt, schreibt Martin Singe “Waffenstillstand, Verhandlungen und Alternativen”. Er erinnert an Konzepte der sozialen Verteidigung, die wirksamer sein können als platter Waffenlieferungslobbyismus und den unschätzbaren Vorteil hätten, weit weniger Menschenleben zu kosten, auch und gerade bei den “Guten”.

Woanders is auch scheisse, sagen wir im Ruhrgebiet. Woanders geht die Zirkulation des Kapitalismus ihren schweinischen Lauf, z.B. im Norden Argentiniens. Tobias Mönch berichtet in “Schweine für China” über die Projektierung von Massentierhaltung, wie immer ohne Rücksicht auf ökologische und soziale Verluste. Eine weitere Übernahme aus der Zeitschrift der Informationsstelle Lateinamerika in Bonn.

In meinem Eintrag “Tolle Reportagen” geht es um das autofreie Landleben in Mecklenburg-Vorpommern und das genussvolle Gourmetleben im Schwarzwald. Es gibt den guten Journalismus. Es gibt den Kampf um Lebensgenuss. Es gibt Orte, an denen er erfolgreich ist. Das Leben kann – auf sehr verschiedene Arten – schön sein. Eine Mission des Beueler Extradienstes. Es ist nicht immer leicht rauszufinden, wann, wie und wo. Wenn wir dabei helfen können, ist der Sinn dieses Blogs erfüllt.

Nach Mitternacht wird es in einem weiteren Eintrag meinerseits unter der Überschrift “Moralische Avantgarde?” erneut um Alternativen zum Krieg und seiner Förderung gehen. Die Debatte macht keinen Spass, ist oftmals schmerzhaft (kein Vergleich jedoch zu denen, die schon im Krieg leben), und muss umso mehr geführt werden, je mehr sie bekämpft wird.

Mein individueller Trost war heute ein kleines Abendessen in der “Blauen Stunde” (Galerie in der Dorotheenstr. 37). Klasse-Tapas, netteste Menschen, kein Versacken (schliesst um 20 h, Mi.-So.). Das täte auch Ihnen gut. Probieren Sies aus.

Freundliche Grüße
Martin Böttger

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net