plus ein fetter Mediathekdiamant von ARTE

Wenn Sie sich das Pfingstwochenende stimmungsmässig nicht versauen wollen, lesen Sie das hier besser erst am Dienstag. Es geht um Fakten, die Menschen meines Alters, zumal, wenn sie in den 80er Jahren in der Friedensbewegung aktiv waren, bestens bekannt sind. Vielen dagegen, die heute massenhaften Trash in TV-Shows absondern, scheinen sie nicht präsent zu sein. Eine Lücke des Schulunterrichts? Eine der politischen, oder gar der Allgemeinbildung? Irgendwas dieser Art muss es sein. Hier die Hilfe, die nur 15 Minuten Zeit kostet.

Die ARTE-Reihe “Mit offenen Karten” schätze ich sehr, weil sie in einer kurzen Viertelstunde komplexe Zusammenhänge auch den Dümmsten nachvollziehbar macht. Und die heutige Folge ging um die Atomwaffen, und zwar alle, soweit sie bekannt sind, auf diesem Planeten. Sollten Sie also genau wissen, wie die Ukrane “siegen” kann, und Putin das Despotenhandwerk gelegt, dann schauen Sie sich bitte diese Viertelstunde an. Und dann denken Sie, ganz im Sinne Fritz Eckengas, noch “mal ‘ne Viertelstunde drüber nach. Viertelstunde? Schaffst Du schon!”

Der fette Mediathekdiamant

Und zur Belohnung – ich bin selbst nur durch Zufall beim Besuch der ARTE-Homepage darauf gestossen: in den letzten Jahren wurde viel über skandinavisches, und speziell dänisches Krimi- und TV-Produktionswunder geschwätzt. Das beste Stück, das mir dazu bekannt wurde, und gleichzeitig eine weit bessere Politserie als das auch wirklich nicht schlechte “Borgen” ist, ist nach meiner Wahrnehmung “The Killing”. Selbstverständlich gibt es davon längst US-Hollywood-Adaptionen, aber das Original mit der grossartigen Sofie Gråbøl in der Hauptrolle ist unübertroffen.

ARTE hat nun alle drei Staffeln in seiner Mediathek bereitgestellt. Und dort sollen sie bis März nächsten Jahres bleiben. Falls es zu neuen Lockdowns durch die nächsten Virusmutationen und -varianten kommt, was dank der deutschen “wertegeleiteten” Impf-Aussenpolitik nicht unwahrscheinlich ist, dann verkürzen Sie sich damit die Zeit. Oder bunkern Sie Vorräte und Bingewatchen Sie – guten Schlaf verheisst der Stoff sowieso nicht. Es ist dänisch produziert, aber die Story erzählt von Gesellschaft und Politik in “unserem” demokratischen Europa. Und das macht sie gut. Sehr gut.

Über Martin Böttger:

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net