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“Korrektur gegenüber Berlin”

Aber überall Siemens – Tolle heise-Kolumnen

Die heise-Kollegen Detlef Borchers und Hal Faber tauchen heute tief in die Urgeschichte deutscher Digitalisierung ein. Fast überall begegnen wir Leser*innen dabei dem Siemens-Konzern. Bei den Olympischen Spielen 1972 in München hatte der die ganze Macht. Und wo er sie noch nicht hatte, im tiefsten Westfalen z.B., da kaufte er sie sich dazu.

Die Olympischen Spiele 1972 waren in meinem Lebenslauf die zweiten TV-Spiele, nach den unter der Zeitverschiebung leidenden 1968 in Mexiko-City. Letztere waren aber noch schwarz-weiss. München lief in Farbe. Es war ein Vehikel für die “moderne” BRD, an ihrer Spitze die SPD mit dem – nach den Spielen – höchsten Wahlsieg ihrer Parteigeschichte. Den (symbolischen) Knopf für das Farbfernsehen hatte ihr (späterer!) Bundeskanzler Willy Brandt 1967 publikumswirksam gedrückt.

Detlef Borchers erinnert an München 72 (“Weltstadt mit Herz” und Hans-Jochen Vogel als ihr Anführer), mit Details, die seinerzeit komplett an mir und der Masse des Publikums vorübergingen, für die Einschätzung von Machtfragen jener Zeit aber unerlässlich sind: Missing Link: 50 Jahre heitere olympische Spiele – Die Technik – Olympiade 1972 in München: Für Deutschland sollte es der Aufbruch in eine neue Zeit werden – in ein modernes, friedliches Deutschland. Es klappte nicht ganz.”

Hal Faber wiederum erinnert in Was war. Was wird. Von Ferien und ganz besonderen Sommerlöchern. – Im Sommerloch sind viele Arbeitskräfte verschwunden, nun fehlen sie allerorten. Und im Kampf gegen Corona wird ein Digital-Miraculix gesucht.” an Renate Ring, später verheiratete Nixdorf, bei der Harpener Bergbau AG. Sie und ihr Gatte erhielten 250 Mio. für ihre Firma von Siemens. Frau Nixdorf hat seitdem davon gute Taten finanziert – und ist erst kürzlich, am 2. dieses Monats mit 86 Jahren gestorben.

Der “deutsche Digital-Miraculix”, den die heise-Kollegen vermissen, ist Siemens. Das ist das Problem. Der junge Olaf Scholz nannte das “staatsmonopolistischen Kapitalismus”.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net

2 Kommentare

  1. Der Maschinist

    Kein lebender Mensch hat je Hal Farber und Detlef Borchers im selben Raum gesehen. Die Gründe dafür sind angeblich unklar. Dabei sollen die beiden sich doch offenbar sehr gut verstehen… ;-)

    • Martin Böttger

      Entscheidend ist der Inhalt. Der ist informativ und gut.

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