In Beuel war heute ein klassisch-dunkelgrauer Regentag, passend zum Ableben des verehrten César Luis Menotti, der am Ende von “Unsexy und reich” eine unzureichende Würdigung erfährt. 1978 kamen mir seine Jungs wie gedopt vor, das 6:0 in der 2. Runde gegen Peru, als es auf das Torverhältnis ankam, sah wie von der Militärdiktatur gekauft aus. Aber die späteren öffentlichen Einlassungen von Señor Menotti wiesen eine Geistesverfassung aus, die seiner Branche weit voraus war.

Christoph Habermann hat einen liberalen Professor entdeckt, den ich nicht kannte: “Aufgeklärter politischer Liberalismus”. Meine Frage, wann seine Partei diesen klugen Mann abwerbe, liess er unbeantwortet. Auch “meine” könnte sich darum kümmern. Denn derart kluge Köpfe sind in Berlin (s.o.) selten …

Die “Verteidigung” des Egon Bahr hat die Zeitung des Milliardärsehepaars Friedrich digital eingemauert. Übrigens auch einen nicht minder klugen Diskussionsbeitrag des Soziologen Hartmut Rosa. Selber schuld. Aber die Verteidigung des Bargelds in Schweden ist bei heise-online zugänglich.

Interessant auch der Erlebnisbericht über ‘Sterben’ im Kino – Es gruselte mich ein wenig – Der Film ‘Sterben’ von Matthias Glasner gewann in Berlin die Goldene Lola. Unser Autor sah das Familiendrama kürzlich im Delphi Filmpalast. Das Publikum reagierte unheimlich.” Creative Commons aus der Berliner Zeitung.

“Brasilien, Blicke.” war in der Jungen Welt nicht erschienen. Darum schickte es mir André Dahlmeyer freundlicherweise zur Veröffentlichung. Ein echter (publizistischer) Freund – persönlich sind wir uns (noch) nie begegnet. Am Wochenende riet mir eine Freundin nach Uruguay auszuwandern – von dort könnte ich eine Fähre nehmen …

Skandinavien käme jedenfalls nicht infrage. Zu kalt. Insbesondere zu gefühlskalt: “Toxische Skandinavier”. Überzeugen Sie sich selbst bei den empfohlenen Mediathekperlen.

“Was ist an den US-Unis los?” wollen viele mit Recht wissen. Ich habe zwei gute Quellen gefunden.

Wie oben erwähnt, gab es heute in Beuel keinen Grund aus dem Haus zu gehen. Ausser Schollenfilet mit frischem Spargel in Buttersauce. Und wenn das Geld schon keine Rolle spielt, muss ein schmackhafter Weisswein dazu. Danach war es auch egal, dass 20 Minuten kein Bus kommen sollte. Selbst bei schlechtem Wetter ist das Leben in Beuel ein gutes Leben – wenn Sie schon eine Wohnung haben und nicht suchen müssen. Jetzt bei “Barnaby” gibt es englisches Wetter in Stereo: aus der Glotze und durch die offene Balkontür. Rheinpegel Bonn 370cm.

Freundliche Grüße

Martin Böttger

Über Martin Böttger:

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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