Einige Onlinemedien schaffen es auch nach 12 Stunden noch nicht, über das Ausscheiden des Fussballkonzerns aus dem süddeutschen Raum aus dem kapitalschwersten Wettbewerb des Weltfussballs zu berichten. Von Qatar geschlagen. Das ist schmerzhaft. Für alle, die berichten, ist selbstverständlich der Schiri schuld. “Das ist Fussball” – für die Bewusstlosen. Nicht um ersten Mal sind es Frauen, die ihre Sinne noch beeinander haben.

Almuth Schult war, soweit es ihre Medienpräsenz betrifft, schon immer eine angenehme Erscheinung. Als leistungsstarke Torhüterin, in dieser Funktion in Wolfsburg eine Vorläuferin der zu Real Madrid abgewanderten, und auch nicht auf den Kopf gefallenen Merle Frohms. Wenn ich richtig recherchiert habe, wurde (und wird?) Schult beraten von dieser von Schweden aus agierenden internationalen Berater*innen-Agentur. Was das Bild dieser ehemaligen Weltklassespielerin in der Öffentlichkeit betrifft, leistet diese Agentur also exzellente Arbeit.

Schult fungiert heute u.a. als TV-Kommentatorin und gehört zu den wenigen in dieser Funktion, die mir nicht auf den Zeiger gehen, sondern denen ich gerne zuhöre. Ein anderes Beispiel, der das aber schon lange wieder seinlässt, war Sami Khedira. Streng fachlich, null eitel und aufschneiderisch, wie die Mehrheit dieser teuren Nervensägen.

Nun hat Frau Schult wieder öffentlich gesprochen, und zwar mit dem “freien” Journalisten Frank Hellmann/FR, der zu den wenigen Männern seines Berufsstandes gehört, die sich im Frauenfussball fachlich auskennen. Schult also wieder gut beraten, mit dem und nicht mit sonstigen Flachpfeifen zu reden. Und das macht sie so:

Almuth Schult: „Man kann das vom Fußball nicht weghalten“.

Sie weist dem komatösen DFB eine realpolitische Strategie, für den Fall, dass sich das Stattfinden der ekelhaften Trump/Infantino-WM nicht vermeiden lässt. Das könnte aus heutiger Sicht der Fall sein. Klug wie sie ist, benennt sie die potenzielle Bündnispartnerin namentlich: Lise Klaveness, Fussballbossin Norwegens. Die Dame weiss so sehr, wie der sozialdemokratisch-ängstlich geführte DFB, dass sie in der Fifa keine Chance auf eine Mehrheit hat. Aber auf einen graden Rücken. Für die muss sich wenigstens keine schämen.

Célia Šašić, in Bonn aufgewachsen, Deutschlands beste Stürmerin 2005-15, übernehmen Sie diesen offensiven Abschlag, und verwandeln Sie: den DFB!

Über Martin Böttger:

Avatar-FotoMartin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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