Suez-Krise/Hormuz-Krise

Kriege und Krisen verändern die Machtprojektionen bei den Beteiligten und darüber hinaus. Trumps Niederlage in seinem Iran-Krieg ist tatsächlich eine Niederlage für die geopolitische Rolle der USA, ähnlich wie die Suez-Krise von 1956 für Frankreich und Großbritannien, die beide Länder endgültig in die zweite Liga der Weltpolitik zurückstufte.

Die Staaten im Nahen Osten wissen nun, wieviel ein Bündnis mit der USA als Schutzmacht wert ist – unter Trump sehr wenig. Das lässt den Einfluss des Landes in der Region drastisch sinken. Entsprechendes dürfte im Gefolge auch für Israel gelten. Wird das Mullah-Iran zum neuen Regionalhegemon? Man bedenke, welche Stärkung das Ende der Sanktionen dem Regime bringen werden.

Vielleicht wird die nächste US-Regierung die Amtszeit Trumps als Episode und „Anomalie“ erscheinen lassen wollen, um so Einfluss und Vertrauen in der Welt zurückzugewinnen. Ganz auf „Start“ wird sie die Dinge jedoch nicht zurückdrehen können. Trump hat die Rolle der USA in der Welt nachhaltig geschwächt.

Über Reinhard Olschanski / Gastautor:

Avatar-FotoGeboren 1960, Studium der Philosophie, Musik, Politik und Germanistik in Berlin, Frankfurt und Urbino (Italien). Promotion zum Dr. phil. bei Axel Honneth. Diverse Lehrtätigkeiten. Langjährige Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Referent im Bundestag, im Landtag NRW und im Staatsministerium Baden-Württemberg. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Politik, Philosophie, Musik und Kultur. Mehr über und von Reinhard Olschanski finden sie auf seiner Homepage.