Wundersame Bahn CCXLIX

Seit einigen Wochen verkehren neue Fahrzeuge, gebaut von Skoda, als Straßenbahnen Linie 61,62 und 65 durch Bonn. Sie sind erkennbar schmaler als die Vorgänger und zumindest für mich auch unbequemer. Auf beiden Seiten des viel zu engen Ganges befinden sich jeweils zwei recht enge Sitze, von denen nicht wenige Fahrgäste mindestens eineinhalb besetzen.(Ich natürlich nicht..) Ob nun die Menschen zu umfangreich – oder die Sitze zu schmal sind, ist im Ergebnis egal.

Dass man erst eine Stufe hoch steigen muß, ist auf jeden Fall kein Beitrag zum Komfort und auch kein Beitrag zur Sicherheit der Fahrgäste. Für Menschen mit Gehhilfe ist zwischen den Sitzreihen kein Durchkommen. Sie sind angewiesen auf die wenigen Sitze im Multi-Funktionsbereich. Da drängeln sich jetzt Rollstuhlfahrer, Kinderwagen und Rollator-FahrerInnen.

Dabei gibt es kaum eigene Flächen in der neuen Bahn, der Boden ist fast immer schräg. Die Zeit zwischen Einstieg und Abfahrt reicht selten, um einen Sitz aufzuklappen, bevor die Bahn, meist verbunden mit einem ordentlichen Ruck, losfährt.

Die SWB antwortet auf meine entsprechenden Fragen mit dem Hinweis: “An den Türen unserer Bahnen gibt es Piktogramme, die Rollstühle, Fahrräder oder auch Kinderwagen zeigen. Steigt man dort ein, befindet sich ein großer multifunktionaler Bereich in unmittelbarer Nähe. Diesen können und sollen auch Fahrgäste mit einer Gehhilfe nutzen. Die Abstände sind extra so dimensioniert, dass man dort einfach vorbeikommt. Dort gibt es nicht nur zwei klappbare Sitze auf jeder Seite, sondern auch Rückenlehnen und große Haltebügel. Dort finden auch Rollstuhlfahrer Platz. Der Rollstuhl muss dann an der Lehne positioniert und die Bremsen angezogen werden. Der Haltegriff bietet zusätzlich eine Sicherung.”

Die Anschaffung der Skoda-FAhrzeuge geht nach Auskunft der SWB zurück auf einen Beschluss des Bonner Stadtrats in dessen Sitzung am 6. Juli 2017.