Aus gesundheitlichen Gründen – für Sie und mich
Die gegenwärtige Wetter- und Klima-Lage führt zu gesundheitsschädlicher Erhitzung, auch und gerade der Hirne. Als ich heute nach dem Aufwachen erfuhr, wer im Auftrag des WDR die Leitung der Monitor-Redaktion übernimmt, und kurz danach dieses MDR-Altpapier las:
René Martens: “Die Missionare der ARD – Kai Gniffke, Intendant des SWR, und Jörg Schönenborn, bald Moderator der ‘Tagesthemen’, sind der Ansicht, dass die Journalisten, insbesondere öffentlich-rechtliche, problematische ‘Reflexe’ haben. Zum Beispiel den ‘Lebenswirklichkeitsreflex’ und den ‘Rollenreflex’.”
war mein Entschluss unumgänglich. Soll ich aufhören, zur rundumdämlichen deutschen Medienpolitik zu schreiben? Nein, im Angesicht von 2-3 drohenden 40-Grad-Tagen ist es besser, garnichts mehr zu schreiben. Erhitzung, Verbitterung und Zynismus gehen eine gesundheitsschädliche Verbindung ein – für mich als Autor und für Sie als Leser*in.
Ich schreibe wieder, wenn die Tageshöchsttemperaturen in Beuel unter 30, und noch wichtiger: die Tiefsttemperaturen stabil unter 20 Grad fallen.
Mann gönnt sich ja sonst nichts.
Halt: doch noch eine gute Nachricht
Die von mir sehr geschätzte Filmemacherin Regina Schilling hat mit Hauptdarstellerin Sandra Hüller einen Film über Ingeborg Bachmann gedreht: “Jemand, der einmal ich war“. Der zieht mich mehr an, als das alljährliche Spektakel, das der TV-Sender 3sat für seine Markenbildung alljährlich in Klagenfurt veranstaltet. Im WDR3-Mosaik lief heute früh eine sehr positive Rezension, die der Sender aber auch 3 Stunden später noch nicht geschafft hat, online zu stellen. Der Verantwortliche für solches Organisationsversagen s.o. bei Martens.
Hervorragend gefüllt wird diese Leerstelle durch diese Geamtwürdigung der 100.-Geburtstag-Feierlichkeiten von Dierk Saathoff/Jungle World:
“Arbeit? Schriftstellerin! – Die Person Ingeborg Bachmann ist in der Öffentlichkeit viel diskutiert worden, ihr Schreiben im Vergleich dazu wenig. Eine Reihe an neuen Biographien und ein Dokumentarfilm über die österreichische Schriftstellerin, die am 25. Juni ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte, lassen es nun auch zu, ihr Werk, allem voran ihren Roman »Malina«, nicht mehr rein autobiographisch oder akademisch zu lesen, sondern als die Arbeit einer großen und radikalen Autorin.”

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