Vorfahrt für wen? Eine politische Frage
mit Update 12.7.
Die Vorfahrtsregelungen dort, wo der Bröltalbahnweg Strassen kreuzt, waren (und sind) seit Jahrzehnten umstritten. Als Anwohner und täglicher Nutzer ging mir die Verkehrsregelung so “in Fleisch und Blut” über, dass ich nicht mehr guckte, sondern automatisiert reagiere. Als Fussgänger und Radfahrer hatte ich an der von-Sandt-Strasse Vortritt, und musste hingegen an der Rheindorfer Str. aufpassen, dass ich nicht überfahren werde. Das hat nun jemand geändert.
War es der Verkehrsdezernent, den der unsouveräne und klimalkrisenbeschleunigende CDU-Oberbürgermeister Beueler Herkunft lieber heute als morgen in die Wüste (sie kommt näher!) schicken will? Ein aus New York City zurückgekehrter Freund machte mich darauf aufmerksam: auf der Fahrbahn der Rheindorfer Str. ist ein weisser Strich zum Anhalten, und rechts steht ein eindeutiges StVO-Stoppschild. Was ich in der Fahrschule gelernt habe (1975) gilt heute immer noch: Weiterrollen kostet Bussgeld.
Im Zeitalter von KI wäre die Sache ganz einfach. Alle, die weiterrollen, werden automatisch fotografiert, und erhalten ebenso automatisch Post von der Bussgeldstelle der Stadt. Niemand müsste dafür extra eingestellt werden.
Die politische Frage ist: warum hat eine grün-rot-rote Koalition in Bonn (und Beuel) das fünf Jahre lang nicht geschafft? Und wie lange braucht der cholerische verunsicherte OB, um das persönlich vor Pressekameras wieder zunichte zu machen?
Update 12.7.
Datenerhebungsmaschine
“Wenn Daten ‘der Treibstoff der Ökonomien des 21. Jahrhunderts’ sind, ist es naheliegend, den Autonutzer nicht mehr nur als Fahrer oder Fahrgast zu sehen, sondern als potenziellen Hersteller dieses Treibstoffs – wofür er aber, anders als die Treibstofflieferanten des Ölzeitalters, kein Geld bekommt, im Gegenteil: Dafür, dass er Daten liefert, wird er auch noch abkassiert. Dass ein Volk, das bei Benzinpreiserhöhungen auf die Barrikaden geht, hier brav alles mitmacht und sich über magere Trostpreise wie einen Gratiskaffee freut, ist nur damit zu erklären, dass niemand recht versteht, was Autohersteller in Zusammenarbeit mit Staat und Digitalkonzernen aus dem Auto und seinem Fahrer juristisch und technologisch gerade machen.”
Das schreibt FAZ-Redakteur Niklas Maak, einer der klugen Köpfe dort, in der von Abschaffung durch “Programmreform” bedrohten hochklassigen DLF-Sendereihe “Essay&Diskurs” hier:
“Verkehrswende: Der Kampf ums Auto – Freiheit, Klima und die Zukunft der Städte – Kaum ein Gebrauchsobjekt spaltet die Gesellschaft so wie das Auto – für die einen ist es ein ökologisches Problem, das Straßen verstopft und Atemluft verschmutzt, für die andern ein notwendiges Transportmittel und Ausdruck individueller Freiheit.”
Drucken Sie das aus, machen ein Schleifchen drum, und schenken es dem Stadtratsmitglied Ihrer Wahl – die haben nämlich gar keine Zeit, sowas Kluges zu lesen oder zu hören (30 min).

Der letzte Vorschlag hierzu stammt aus dem Konzept fürs “Bönnsche Viertel Combahn”, https://www.bonn.sitzung-online.de/public/to020?TOLFDNR=2067089, S. 18
sowie dann aus diesem BV-Beschluss: https://www.bonn.sitzung-online.de/public/to020?TOLFDNR=2093986
H.S.
Danke für diesen sachdienlichen Quellenhinweis, lieber Holger.