Sie haben es getan. Wirklich – nach nur rund zwei Jahren des Mahnens und Bittens, und erst nachdem ich die ebenfalls zunächst recht widerspenstige Bezirksverwaltungsstelle in Beuel gebeten hatte, sich bei den Stadtwerken für die Säuberung der Kunst am Bau in der U-Bahnhaltestelle Ramersdorf zu verwenden, haben die SWB reagiert und die paar hundert gelben Kacheln an der Außenwand des Bahnsteigs der Linie 62 in Fahrtrichtung Oberkassel reinigen lassen.

Zwei Jahre warten

Seit 2024 hatte ich ich die SWB immer mal wieder darum gebeten.

So habe ich am 6. Juli 2024 eine Email an die SWB gerichtet, in der ich neben den Kacheln in Ramersdorf die Wiederherstellung und Reinigung der damals durch Vandalismus arg ramponierten Keramik-Kunstprojekte von Joachim Szymczak und Schülern im U-Bahnhof Hauptbahnhof anmahnte.

In dieser Email hieß es: “Es gibt richtig gute Kunst in einigen U-Bahnhöfen. Insbesondere das Keramik-Projekt von Joachim Szymczak in der Haltestelle Hauptbahnhof ist seit Jahren völlig verdreckt und jüngst auch noch teilweise zerstört worden. Aber auch die Elemente an der Wand in Ramersdorf könnten nach Jahren der Verschmutzung mal gereinigt werden. Ich weiß nicht, um welches Material es sich dort handelt, aber ich denke die Reinigung dürfte kein großes Problem darstellen. Ich bin selbst gerne bereit dabei zu helfen – sollte es an fehlendem Personal liegen. Ich finde es einfach schade, wie diese Sachen verkommen.”

Im Hauptbahnhof ging es schneller, meiner Erinnerung nach dauerte es nur bis Anfang 2025, bis die zerstörten Keramikkacheln ersetzt und die Werke insgesamt gereinigt wurden. Wahrscheinlich hatten sich noch andere Personen, darunter solche mit Einfluß, dafür eingesetzt.

In Ramersdorf sollte es noch über ein Jahr dauern, bis die dortigen Metallkacheln nun gereinigt wurden. Zuvor hatte ich mich mehrfach natürlich an die SWB, aber auch an Lokalpolitiker, die Bezirksverwaltung und schließlich an den Bezirksbürgermeister gewandt.

Mein Ton wurde mit der Zeit allerdings immer unfreundlicher.

Am 5.8.2026, also zu meinem Geburtstag, kam eine Antwort des Bezirksbürgermeisters Marco Rudolph, in der es heißt:

“…Wir haben die SWB Bus und Bahn erneut kontaktiert. Die Reinigung wird beauftragt. Es steht zwar noch kein konkreter Termin fest, wird aber in den nächsten Wochen eingeplant werden. Die Reinigung selbst wird nachts erfolgen, weil der Strom der Oberleitung abgeschaltet werden muss.In diesem Zusammenhang erlauben Sie mir den Hinweis, dass die Bahnhaltestellen der Stadtwerke Bonn obliegen und die Stadtverwaltung selbst dafür nicht verantwortlich ist. Selbstverständlich sollten die Stationen in einem guten Zustand sein. Sehr geehrter Herr Lohrscheid, ich schätze ich Ihr Engagement, möchte dafür werben, dass das Gesprächskontakt, egal ob via Mail oder Telefon, wertschätzend und sachlich geführt wird.”

Doch meine Erfahrung mit der Verwaltung in Bonn spricht dafür, dass Freundlichkeit dort missverstanden wird. Aber das ist natürlich nur mein Eindruck, in Wirklichkeit sind die MitarbeiterInnen stets freundlich, verbindlich und agieren lösungsorientiert. Doch manchmal habe ich den Eindruck, es wäre vielleicht besser, wenn in jeder kommunalen Wahlperiode sämtliche Arbeitsverträge in der Verwaltung enden und sich die StelleninhaberInnen neu bewerben müßten. Ich bin davon überzeugt, das würde die Leistungsbereitschaft und den Servicegedanken gegenüber den Bürgern enorm steigern. Kommunale Beamte sollte es gar keine geben.