Krankheit Monopolismus: der deutsche Profifussball wirtschaftet sich selbst ab

Gestern duellierten sich die Herren-Teams der teuersten deutschen Fussballkonzerne vor 80.000 Zuschauer*inne*n. Es ging aus wie immer. Um es nicht allzu sadistisch zu gestalten, wurde in der 2. Halbzeit in homöopathischen Dosen Spannung simuliert. Kollege Theweleit/FAZ-Paywall fasst es so zusammen: “Den Bundesligafreunden, die einen offenen Meisterschaftskampf herbeisehnen, bleibt damit nur, sich der Hoffnung hinzugeben …” Das ist aber ein böses Vermarktungsproblem.

Wie immer spüren es die Frauen als Erste. Die Frauen-Bundesliga hat sich, ähnlich wie vor Jahrzehnten die Herren, vom DFB abgenabelt und unternehmensrechtlich selbstständig gemacht. Die erwarteten Millionen für TV- und Streamingrechte wollen sie gemäss den Gesetzen des real existierenden Kapitalismus mit keinen Amateur*inn*en (und den schwer erträglichen Männern in der DFB-Führung) teilen. Nur läuft das leider noch dümmer, als es die übelsten Pessimistinnen fantasieren können.

Letzte Saison siegten die Gleichen wie bei den Männern. 16 Punkte Vorsprung. Weitere 7 vor den Drittplatzierten. Diese Saison ist erst ein Spieltag gespielt. Und die Tabellenspitze sieht schon wieder genauso aus wie im Vorjahr.

Die besten Spielerinnen sind weg, nach England, wo sie für ihre harte Arbeit existenzsichernde Honorare kriegen. Bei VW ist Krise – in Wolfsburg ist mit Tarifverbesserungen nicht mehr zu rechnen.

Jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie seien ein Medium. Von irgendeinem Wald-und-Wiesen-Konzern dieser Welt. Sie müssen noch nicht mal ein misogyner Oligarch sein, wie es all die Trump-Buddies dieser Welt sind. Frau geht auch. Würden Sie dafür Multimillionen investieren, nur weil es für die “gute Sache” ist? Sehen Sie, Sie haben verstanden.

Die Fussball-Herren jammern auf einem 6 Mrd. höheren Niveau. “Das Ausland” will einfach nicht anbeissen. Es ist ja noch langweiliger als in Spanien, wo sich immerhin zwei ganze Teams alljährlich um die Spitze duellieren. In England sind es manchmal sogar 3-4. Nur in Deutschland gewinnt seit Menschengedenken immer die CSU.

Aufschwung geht anders.

Über Martin Böttger:

Avatar-FotoMartin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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