Nachrichten aus Nordrokea
Die Welt ist groß. Und derzeit gibt es sehr viele Probleme auf ihr – und auch unser Land ist betroffen. Bei uns verändern sich die Flüsse – und unsere Ernte ist wegen einer Dürre in Gefahr.
Vor allem aber gibt es viel Krieg auf der Welt.
In dieser Zeit der vielfältigen Krisen steuert unser weiser Führer fritz-kan-nix unser Land. Die nötige Erfahrung hat er aufgrund seiner früheren Tätigkeit bei der weltweit tätigen Wohlfahrts-Organisation “Schwarzer Fels”. Er hat ein enormes Wissen und beurteilt die Herausforderungen für unser Land sicher. Er ist dem Volk verbunden und voller Fürsorge fördert er die richtigen Menschen. Mit Demut und großem Respekt begnetet er dem gemeinen Volk. Seine Überlegenheit zeigt sich in seinem wohlwollenden Umgang mit Kritikern: geduldig widerlegt er alle falschen Argumente.cUnd er ist erfolgreich: er ist immer noch im Amt.
Dies alles macht mir Hoffnung!
Fritz-kan-nix hat erkannt, dass unser Land Schwächen aufweist: aus seiner Sicht mühen sich nicht alle ausreichend, dem Volke zu dienen. Diese sollen bestraft werden. Auch hätten viele Menschen in unserem Land zu hohe Ansprüche an den Staat. Diese müssen reduziert werden.
Da hat er zweifellos recht. Es herrscht Konsens unter allen wichtigen Experten und Verantortlichen für die Entwicklung der Wirtschaft. Schließlich ist unser Land nicht zuerst Heimat sondern Standort. Wer nicht arbeitet und alles vom Staat verlangt, ist ein Feind des Volkes. Er muss bekämpft werden.
Aber einige meiner Freunde melden Bedenken an.
Mein guter alter Freund deng-mit fragt: wenn man bei der eigenen Jugend unseres Volkes an Bildung und Auskommen spart, wie soll die Zukunft aussehen? Ich gebe zu: dazu hat unser überragender und weiser Führer fritz-kan-nix bisher keine Antwort gegeben. Ich vermute, dass er dieses Problem in seiner Allwissenheit bedacht hat und bin sicher, dass er eine angemessene Antwort geben wird.
Mein anderer guter Freund frag-nich hat eine kranke Mutter. Für ihn sind die Einschränkungen für die Versorgung der Kranken und Alten ein tägliches Problem. Die notwendigen Hilfen für die Hilfen seiner Mutter kosten immer mehr – so dass all ihr Geld für ihr Überleben verwendet werden muss. Ihr bleibt kaum noch Geld für ihre Lebenshaltung. Wozu – fragt er – haben meine Mutter und ich all die Jahre hohe Abgaben entrichtet, um im Alter nicht darben zu müssen? Und: waren die Kranken- und Pflegeversicherungen nicht dazu da, Probleme zu lösen? Aus seiner Sicht versuchen die Versicherungen alle Ansprüche abzuwehren. War dies ihr Zweck? Warum werden die Kosten wieder auf die Einzelnen übertragen?
Die schlimmsten Bedenken äußerte mein Freund sa-tan vor seinem Verschwinden: unser Land gibt 5% der Steuereinnahmen an ein anderes Land. Dieses Land ist von Korruption geprägt. Es hat einen Teil unserer Infrastruktur mit Sprengstoff zerstört. Dafür wird an unseren Kindern und Alten gespart. Wie kann das sein? In früheren Zeiten wäre dies als Hochverrat geahndet worden! Er behauptet, unser großartiger Führer höre dem Volk nicht zu.
Ich denke: leider hört das Volk unserem weisen Führer nicht ausreichend zu. Seine Ausführungen erhalten nicht genügend Aufmerksamkeit. Dies zeigt die Unfähigkeit der Menschen die Realität anzuerkennen, die von fritz-kan-nix so deutlich ausgesprochen wird.
Alle genannten Probleme werden verschwinden, wenn wir alle dem Volke dienen! Wenn wir alle unsere Anstrengungen verdoppeln, werden sich alle genannten Schwierigkeiten in Luft auflösen.
Und hier beginnt meine aktuelle Sorge: ich meine im Volk eine gewisse Unruhe wegen der ausbleibenden überzeugenden Antworten zu spüren. Möglicherweise verliert fritz-kan-nix das Vertrauen des Volkes – vor allem wenn es keine spürbare Verbesserungen im Alltag gibt.
Wie soll es weitergehen?
Wäre es sinnvoll fritz-kan-nix zu ersetzen?
Wer sollte einen so großartigen Führer ersetzen können?
Da ist niemand in Sicht – und auch nicht notwendig!
Die kleingeistigen Unkenrufer sagen aber: wie winzig kann ein Führer sein, wenn er nur die beste unter allen schlechten Lösungen ist?
Dies ist Blasphemie!
Die aufgeklärten Kreise in unserem Land wissen dies.
Aber weiß dies auch das Volk?
Dies alles macht mir Sorge.
Ich beneide Ihr Land, mit solchen Problemen nicht beschäftigt zu sein.
Besorgt verbleibe ich in Hoffnung auf bessere Zeiten

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