Wundersame Bahn CCXLIII im VRR
Oliver Wittke war der erste CDU-Oberbürgermeister Gelsenkirchens in der gesamten historisch verbrieften Geschichte der Menschheit. In diesem Amt habe ich ihn persönlich kennengelernt. Er entpuppte sich als heisser WM-Favorit in der Disziplin des Schwätzens. Insbesondere über sich selbst. Da macht ihm keiner was vor.
Seine Karriere verlief immer nach dem gleichen Muster. Bei “Vorstellungsgesprächen” (oder -Reden) wusste er überzeugend zu glänzen. Im Amt lernte mann und frau ihn dann besser kennen. Und die Meisten waren irgendwann froh, wenn er weiterzog.
Nun ist er, ich hatte zwischenzeitlich den Überblick verloren, irgendwie – Fachkräftemangel! – Vorstandssprecher des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr geworden. Und ich musste heute sehr sarkastisch lachen, als ich diese von ihm verursachte WDR-Trompete las.
Was mag der Fahrgast (und auch die Frauen unter ihnen) denken? Stellt er sich nicht vor, dass in einem “Verkehrsverbund” die Verantwortlichen zusammensitzen (“Verbund”) und gemeinsam nach den besten Lösungen für den ÖPNV suchen? Haha, diese ahnungslosen Laien.
Der Verkehrsverbund macht eigentlich überhaupt nichts. Er konferiert mit sich selbst in mit Kommunalpolitiker*inne*n besetzten Gremien. Dorthin werden die Kommunalpolitiker*innen entsandt, von denen ihre Stadtratsfraktionen froh sind, wenn sie beschäftigt sind und den Alltagsbetrieb vor Ort nicht übermässig stören. Befriedigte Eitelkeit befriedet. Dieser so besetzte Verkehrsverbund bestellt.
Irgendein anderes Unternehmen, das sich bei ihm auf Ausschreibungen erfolgreich beworben hat, liefert. Wenn es mal nicht liefert, kann der Verkehrsverbund die Bezahlung der Bestellung kürzen. Kürzlich hat der britische Anbieter “National Express” deswegen mal auf einer Bahnstrecke “gestreikt” – ja, auch Unternehmen können das. Und danach haben sie sich in – wie immer nichtöffentlichen – Verhandlungen wieder geeinigt.
Fahrgäste? Werden weder gefragt, noch haben sie was zu sagen. Aber wenn Medien berichten, werden die Schmerzgrenzen von Kommunalpolitiker*inne*n schnell erreicht.
So hatten entsprechende Medien mehrmals berichtet, dass sich Fahrer des Schienenersatzverkehrs in Wuppertal verfahren hatten. Fachkräftemangel. Im bergischen Wuppertaler Strassennetz durchzublicken fällt ja selbst Eingeborenen schwer. Wie sollen das angelernte, prekär aber billig Beschäftigte, von Subunternehmen aus diversen EU-Ländern angeworben, verstehen?
Der Laien-Fahrgast denkt, ein Verkehrsverbund, der in Wettbewerbsverfahren Leistungen bestellt, prüfe selbst die Leistungsfähigkeit und Glaubwürdigkeit der Bewerber*innen. Ja haha, woher sollen denn der Herr Wittke und all seine kommunalpolitisch allseitig gebildeten Kolleg*innen die Zeit dafür nehmen? Und die Kompetenz …? Das würde jetzt zu weit führen. Ich will ja nicht abschweifen.
Wichtig ist doch nur, wer schuld ist.

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