“Immer öfter begegnen inzwischen auch wir unserem Endgegner: uns selbst”

So sprach Friedrich Küppersbusch bei schönstem Sommerabendwetter vor 2,8 Mio. Zuschauer*inne*n als “Irgendwer mit Medien” in der “heute-show” (ab Minute 10); eine der stärkeren Ausgaben dieses nicht immer erträglichen Satireformats. Leute vom Fach stellten tags darauf die These auf, der gute Mann denke nicht nur zu schnell, er spreche auch so. Da sind Mediathek-Zuschauer*innen im Vorteil: mit 0,75 Geschwindigkeit klappts auch für die Älteren.

Und wenn Sie nun rätseln, was er damit gemeint haben könnte, dann hilft Ihnen René Martens/MDR-Altpapier weiter:

Bizarre Journalisten entsorgen ihren Beruf – Die Berichterstattung nach dem Ende von Stephen Colberts Show bei CBS wirft die Frage auf: Sind Formulierungen wie ‘Kritiker sagen’ oder ‘Kritiker vermuten’ Ausdruck von Arbeitsverweigerung oder eher einer bewussten Irreführungsstrategie?”

Dä. Und jetzt Bürger*in: Sie!

Meine Konsequenz wäre: Armin Wolf, bisweilen werktags 22 h auf 3sat zu sehen, sofort abwerben!

Überraschung: was Gutes im Medium

Nach so viel Affenscheisse brauchen Sie Aufmunterung. Meine Empfehlung:

“The Persian Version” (Video 103 min)

vom ZDF nachts versenkt, auch in der Mediathek nicht leicht zu finden. Dabei hat dieser US-Film von 2023 seinerzeit den Publikumspreis des weltberühmten Sundance-Festivals gewonnen. Mit Recht, ich hätte mitgestimmt.

Und das Beste ist: die Story ist gar nicht erfunden. Die geniale Alleskönnerin Maryam Keshavarz will vieles davon selbst erlebt haben. Ich kann zumindest bestätigen, dass ich viele Erlebnisse und Erzählungen iranischer Freund*inn*e*n in diesem tollen Film wiedererkenne.

Die starken, schönen Frauen sind in der Lage, den männlichen Heterosexuellen zu betören, obwohl doch – oder weil – viele gar nicht heteronormativ sind und sein wollen 😉 . Bitte schlabbern Sie auch den Abspann mit der Musik von Rostam Batmanglij nicht.

Ein Gesamtkunstwerk, das die Absurdität der politischen Wirklichkeit brutal erkennbar macht, und uns als ihre Betrachter*in stärkt statt schwächt. Das ist politische Kunst.

Über Martin Böttger:

Avatar-FotoMartin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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