Dieser Beitrag informiert Sie über in April und Mai 2026 im Demokratischen Salon veröffentlichten Texte (vollständiger Text über diesen Link). Ebenso finden Sie wie üblich weitere Leseempfehlungen und Hintergrundinformationen sowie Empfehlungen für den Besuch von Veranstaltungen und Ausstellungen auf einer eigenen Seite, nach Orten sortiert. Dieser Newsletter erscheint in Zeiten, in denen Politiker:innen (nicht nur in Deutschland) unbeliebter sind denn je und Streit offenbar als Charakterfehler gesehen wird. Ich halte es da eher mit Ronen Steinke, der in der Süddeutschen Zeitung schrieb: „Dass Friedrich Merz unbeliebt ist, ist kein Drama. Ganz im Gegenteil“, erst recht mit Michel Friedman, der einem seiner Bücher den treffenden Titel gab: „Streiten? Unbedingt!“.

Als Editorial empfehle ich „Die Kunst der Koalition“, eine Besprechung des Buches„Verantwortung“ von Volker Wissing. Er bietet einen klaren Blick auf das unnötige Scheitern der „Ampel“ und beschreibt sein Verständnis von Politik, vom Umgang miteinander in einer Demokratie, verbunden mit einem Ausblick auf religiöse und säkulare Traditionen des Liberalismus. (Rubrik: Liberale Demokratie).

Weitere Inhalte der neu veröffentlichten Texte:

  • Michal Hvorecky beschreibt in seinem neuen Buch „Dissident“ den Kampf für die liberale Demokratie in der Slowakei: „Dissidenz – mitten in Europa“. In der Slowakei kreuzen sich europäische Wege und Schicksale, Familiengeschichten spiegeln Weltgeschichte. Europa braucht Dissident:innen gegen Kleptokratie und Kulturkampf. (Rubriken: Europa, Osteuropa) 

 

  • Andreas Hornung diskutiert in „Häusliche Gewalt vor Gericht“ Konflikte im Familienrecht, die sich aus fehlender Kenntnis der verbindlichen Rechtsfolgen der Istanbul-Konvention ergeben. Diese setzt klare Prioritäten für das Kindeswohl. In familiengerichtlichen Verfahren erfordert vor allem die Einbeziehung der Kinder in jedem Einzelfall ausreichende Zeit. (Rubriken: Kinderrechte, Gender)
  • Ulrich Deinet und Christina Muscutt stellen in „Teilhabe ist viel mehr als Teilnahme“ ihr Buch „Die Sicht der Kinder auf Schule und Sozialraum“ vor. Das Buch bietet Methoden, Perspektiven und Vorschläge, wie Kinder in der Forschung sowie in der Ausgestaltung von Ganztagsschulen eingebunden werden können. (Rubriken: Kinderrechte, Liberale Demokratie)

 

  • Annika Friedman stellt in „Sachor! Die 500 Jahre der Familie Zuntz“ die von ihr gemeinsam mit Ruthe Zuntz gestaltete Ausstellung „What A Family!“ im Jüdischen Museum Frankfurt am Main vor, das Ergebnis einer imperfekten Suche, die mit einem Koffer in Auschwitz begann und eine lange Geschichte entdecken ließ, die nicht nur Frankfurt in neuem Licht zeigt. (Rubriken: Jüdischsein, Shoah)

 

  • Rabbinerin Rebecca Blady beschreibt in „How to Create Jewish Joy and Pride” ihre Arbeit als CEO von Hillel Deutschland zur Entwicklung und Stärkung des Selbstbewusstseins junger Jüdinnen und Juden, die Gründung des Festival of Resilience nach den Morden von Halle und Wiedersdorf sowie die Auswirkungen des 7. Oktober auf ihre Arbeit. (Rubriken: Jüdischsein, Antisemitismus)

 

  • Hans-Gerd Angel beschreibt in „Nicht nur Heils-, auch Sozialkirche“ die Integrationsleistungen des kirchlichen Hilfswerks MISEREOR von dem Aufruf von Josef Kardinal Frings, dieses „Abenteuer im Heiligen Geist“ zu wagen bis zur – ungeachtet mancher Widerstände – anerkannten Rolle als Akteur der Zivilgesellschaft. (Rubriken: Liberale Demokratie, Weltweite Entwicklungen)
  • Nicole Günther, Fotokünstlerin aus Bonn, ist zum zweiten Mal im Demokratischen Salon präsent. In „Vom Einfangen des Wesentlichen“ beschreibt sie das Wechselspiel von Fotografie, Theater und Musik, ihren unbedingten Willen zur Präzision und wie sie mit ihren Bildern über Licht und Schatten hinter oberflächliche Wirklichkeiten gelangt. (Rubrik: Kultur)

 

  • Aiki Mira reflektiert in „Fluide Subversivität“ queere Zugänge zu Evolution und Anti-Dystopien, ausgehend von dem neuen Roman „Denial of Service“. Der Roman illustriert Debatten zur Künstlichen Intelligenz, indem junge Leute auf einer „Quest“ zur Aufklärung eines Verbrechens durch die Geheimnisse und Wirrnisse einer Smart City streifen. (Rubriken: Utopien / Science Fiction, Gender)

 

  • Jenny Joy Schumann und Rasim Sadikhov denken in „Vermeintlich menschlich“darüber nach, warum wir Künstlichen Intelligenzen sinnhaftes Handeln unterstellen, uns sogar emotional berühren lassen. Ausgangspunkte sind ELIZA von Joseph Weizenbaum und das Gedankenexperiment des „Chinesischen Zimmers“ von John Searle. (Rubrik: Utopien / Science Fiction)

 

  • Luise Müller befasst sich mit „Dilemmata der Praktischen Philosophie“ im Hinblick auf eine möglicherweise „fehlerfreundliche“ Entwicklung Künstlicher Intelligenzen und Verfahren am Internationalen Strafgerichtshof, in denen zwischen individueller und kollektiver Schuld zu unterscheiden ist. Praktische Philosophie agiert immer interdisziplinär. (Rubriken: Weltweite Entwicklungen, Treibhäuser)

 

  • Nasstaran Houshmand engagiert sich seit fast vier Jahren in Koblenz für Frau – Leben – Freiheit. In „Zwischen Hoffnung und Verzweiflung“ spricht sie über ihre Sicht auf die Entwicklungen seit Januar 2026 im Iran. Die Sehnsucht nach Freiheit im Iran ist prekär, zumal zurzeit in den Medien nur Reza Pahlevi als Gesicht der Opposition erscheint. (Rubrik: Levantinische Aussichten)

 

  • Mimunt Hamido Yahia, spanische Feministin, bietet in „Über den Schleier sprechen“, eine Kurzfassung ihres in Spanien erschienenen Buches, einen (nicht nur) feministischen Blick auf die Verschleierung von muslimischen Frauen. Sie kritisiert falsch verstandene Toleranz in Europa. Viele ignorieren, dass die Verschleierung der Unterdrückung von Frauen dient. (Rubriken: Gender, Islam)

 

  • Fritz Heidorn fragt: „Allein im Universum?“ Er stellt verschiedene Ausprägungen des Nachdenkens über außerirdische Intelligenzen und Zivilisationen aus Sicht der Science-Fiction-Literatur vor und bewertet sie im Kontext wissenschaftlicher Erkenntnisse. Dabei entsteht auch ein etwas anderer Blick auf das Thema Kolonialismus. (Rubrik: Utopien / Science Fiction). Ergänzende Info: Die bisherigen Beiträge von Fritz Heidorn im Demokratischen Salon sind im April 2026 als Buch und e-book erschienen, gestaltet von benSwerk (Books on Demand).

 

  • Christine Künzel würdigt in „Verfluchte aus Leidenschaft“ die Essayistin Gisela Elsner. Es ist der dritte Text der Reihe zu dieser höchstaktuellen Autorin, eine leicht bearbeitete Fassung des Nachworts zum 2011 erschienenen Essayband „Im literarischen Ghetto“. Wer die Nachkriegsgeschichte der BRD verstehen möchte, sollte unbedingt Gisela Elsner lesen. (Rubriken: Gender, Kultur, Treibhäuser)

Leseempfehlungen und Hintergrundinformationen finden Sie zu folgenden Themen: Regina Jonas, erste Rabbinerin der Welt (Elisa Klapheck), 81 Jahre Befreiung Buchenwalds (Rede von Hape Kerkeling), Bildung und Neutralität (Andreas VoßkuhleKMKBAG der Landesjugendämter), Deutschland geht es gut (Dokumentation der ZEIT), Demokratiemonitor 2026 (Bertelsmann-Stiftung), Stimmen der Demokratie (Claudia Gatzka), Verteidigung der Zivilgesellschaft (Amadeu Antonio Stiftung), Künstliche Intelligenz – eine Selbstverpflichtung (D 64 – Zentrum für digitalen Fortschritt), Lokaljournalismus in Deutschland und in Norwegen (Gerd Landsberg und Franz-Reinhard Habbel), Karl-Dedecius-Preis (Deutsches Polen-Institut)Politik gegen Frauen (Pia Stendera, Antje Schrupp, Sonja Peteranderl), Wahlkampf in Sachsen-Anhalt (Jeroen van Bergeijk), Programm „Demokratie leben“ (Michael KraskeCORRECTIV, mehrere Stellungnahmen betroffener Akteure), Begegnungsort Bibliothek (Ulrich Deinet und Thomas Meyer), Social Media aus Sicht von Jugendlichen (Marina Weisband), Kunst- und Meinungsfreiheit (Deutscher Kulturrat, Fachgespräch im Bundestag), Kunstfreiheit und Antisemitismus (Christoph Möllers und Nils Weinberg), Polizeiliche Kriminalstatistik (CORRECTIVNicole Bögelein und Gina Rosa Wollinger), Neuropolitik und Autokraten (Liya Yu), israelfeindliche und antisemitische Narrative (Lukas Uwira, Tikvah Institut), Anzeige gegen die Hamas vor dem Internationalen Strafgerichtshof (Michaela Dudley), sexualisierte Gewalt der Hamas gegen die Geiseln des 7. Oktober (Sabine Brandes), Kultur des Iran (Natascha Bagherpour KashaniBehrang Samsani), iranische Zivilgesellschaft (Roman Seidel), iranische Diaspora (Verena Hanewinkel und Christina Mecke, Patriotic Doctors of Iran), Prekäre Zukunft des Iran (Christopher de Bellaigue), Sudan (Wolfgang BauerArne Perras und Sina-Marie Schweikle), Demokratischer Salon in der Ukraine (Übersetzungen von Beiträgen von Michael Hänel und Ana Margvelashvili durch die Studierenden von Pavlo Shopin, last not least: die bisherigen Beiträge von Fritz Heidorn als Buch und e-book.

(Alle Internetlinks zuletzt am 24. Mai 2026.)

Über Norbert Reichel - Demokratischer Salon:

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