Weltmeister im über-die-eigenen-Beine stolpern: der französische Weltstar Emmanuel Macron
mit Update nachmittags
Das sog. “Social-Media-Verbot” habe ich schon immer für Politiker-Schwachsinn gehalten. Niemand demonstriert das eindrucksvoller, als der Staatspräsident unseres von der Hitzewelle besonders gequälten schönen Nachbarlandes. Netterweise hat die SZ ihre Paywall vergessen, so dass auch Sie es in seinem ganzen politischen Handwerks- und Intelligenzmangel nachlesen können:
Oliver Meiler/SZ: “Ist Macrons Gesetz ‘quasi tot?’ – Jugendliche unter 15 Jahren dürfen in Frankreich vorerst weiter Tiktok, Instagram und andere Plattformen nutzen. Emmanuel Macron erfährt damit eine bittere Niederlage – hofft aber noch.”
Eine Sensation ist das alles nicht, sondern das komplette Gegenteil: ausrechenbar, erwartbar dumm. Es wäre auch mir gar keine Erwähnung wert, wenn es nicht repräsentativ für die medien- und aufmerksamkeitsgetriebene Effekthascherei gegenwärtiger bürgerlich-demokratischer Politik wäre. Und in diesem Fall nicht in irgendeiner dörflich-dösigen Kommunalpolitik, wie wir es z.B. täglich in unserer schönen Stadt erleben, sondern ganz, ganz oben, bei einer europäischen Atommacht. Die eine Hälfte der längst gebrochenen “deutsch-französischen Achse” in der absteigenden Europäischen Union auf ihrem eiligen Weg in die geopolitische Regionalliga. Hauptsache die Mauern gegen Dunkelhäutige stehen.
Und emsig dabei, den Boden zu bereiten und alle Teppiche auszurollen für faschistische Machtübernahmen. Denn was könnte eine faschistische Diktatur wohl mehr erfreuen, als die Abschaffung jeglicher Anonymität in der digitalen Kommunikation? Was müssen die überhaupt noch selbermachen?
Update nachmittags
Diese Frage drängt sich ebenso zu einer (vorläufigen?) Entscheidung der Bundesnetzagentur auf.
Ihr Chef – damals noch Zivi – war mir bei der ersten Mitgliederversammlung der Bonner Grünen nach dem Rausschmiss der West-Grünen aus dem Bundestag 1990 aufgefallen. Die West-Grünen wollten damals lieber über das Klima als über die deutsche Einheit diskutieren. So viel Weisheit hat das deutsche Wahlvolk noch nie amüsiert. Das ist bis heute so.
Klaus Müller war bei der genannten Versammlung nicht nur der Jüngste, sondern auch der Einzige, der zu der Wahlniederlage drei und mehr Sätze hintereinander kommentieren konnte. Alle Anderen waren am Greinen und Heulen.
Als späterer MdB wohnte er zeitweise als Untermieter des heutigen ADFC-Funktionärs Bernhard Meier in der Beueler Rathausstrasse. Später trafen wir uns als Hochzeitsgäste eines befreundeten Politiker*innen-Paares in Münster wieder.
Meine gute Meinung über ihn ist geblieben. Zu seinen Gunsten will ich annehmen, dass er in Urlaub ist, und in seinem Behörden-Gesinde über weit unterentwickelte Datenschutzkompetenz verfügt. Möge er das nachbessern.
Denn auch über den Daten-Misthaufen von Big Tech werden faschistische Regimes – ganz nach dem Vorbild Donald Trumps und Elon Musks – mit Begeisterung herfallen, und die dunkelbraunen Scheisse-Pralinen zur Perfektionierung ihrer gesellschaftlichen Repression mit Freude geniessen. Und kein Tech-Oligarch wird ihnen widerstehen – schon wg. der prächtigen staatlichen Rüstungsaufträge …
Stellen Sie sich nur mal theoretisch vor, die deutschen Nazis hätten über diese technologischen Potenziale verfügt.
Update Ende
Nicht vergessen hat die SZ ihre Paywall bei Willi Winkler, der unschön analysiert, wie der Spiegel sich auf all das vorbereitet. Auch keine Neuigkeit, eher zum … nee, ich will jetzt nicht den Appetit verderben. Auf zum Mittagessen! Wenn Sie es brauchen, schick’ ich es Ihnen individuell. Ein Appetizer gefällig?
“Man kann ja wirklich nicht jede Woche apokalypsen, dass die Schwarte kracht, China, Russland, Amerika, Klima und wohin kann man überhaupt noch verreisen? Irgendwann hat man sich auch an den ganzen Hitler-Nazi-Titeln sattgesehen. Selbst Donald Trump geht bald nicht mehr, inzwischen kennt jeder jedes einzelne seiner Haare mit Vornamen.”

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