Nun tobt also die kontroverse Debatte um die Programmreform des Deutschlandfunks. Bis vor wenigen Tagen nur intern im Sender geführt, hat sich seine Führung nun zu einem offensiven Ausfall aus ihrer Festung entschlossen. Christian Bartels/MDR-Altpapier fasst dies und die Reaktionen darauf zusammen: “Breite Tiefe – Der Deutschlandfunk sendet ziemlich erfolgreich Radio, will demnächst aber digital breiter in die Tiefe gehen. Und im linearen Programm tiefer in die Breite? Jedenfalls sind seine Pläne für eine große Programmreform bereits heftig umstritten.”
Ich habe mich in einem der von ihm wiedergegebenen Zitate wiederentdeckt.“Intern umstritten ist die Reform auch deshalb, weil in der Belegschaft die Auffassung vorherrscht, dass die Hörerinnen und Hörer bestimmte Sendungen gezielt einschalten. Aus Sicht von Teichmann ist das die Lebenslüge des Deutschlandfunks …” soll Stefan Fischer in der Paywall der SZ geschrieben haben.
In der Tat sind fast alle Fachsendungen, die ich mannigfach in den letzten 10 Jahren in diesem Blog empfohlen habe, vom Verschwinden bedroht. Diese Art Erlebnis zieht sich wie ein roter Faden durch meine persönliche Geschichte des Radiohörens. Liebgewordenes, gerne Genossenes wird von bewusstlosen Führungskräften liquidiert, weil sie ernsthaft behaupten zu glauben, mich besser zu kennen als ich. Worin unterscheiden sich solche Leute noch von den KIs der globalen Plattformmonopole?
Das dürfen sie nun gerne hinter den Festungsmauern ihres Hochhauses weiterdiskutieren. Meine These: es führt zu nichts, zum “Zerstörungswerk – Deutschlandfunk – die letzte Insel des Fachjournalismus vor ihrer Überschwemmung durch die Formatierungswelle”.
Der entscheidende strategische Fehler war der Import von WDR-Führungskräften und ihrer Sichtweisen in den DLF. Einen Radiosender, der nur noch wenige Monate wertvoller sein wird, als alle fünf WDR-Wellen – mit der Entwertung von Cosmo sechs – zusammen – für weit weniger Geld. Aber es geht nicht um die Sache. Es geht um Personen und den Beweis ihrer Durchsetzungskraft. Mann nennt es Macht.

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