– sooo viele menschen und sehr entschlossene wie vorher nie erlebt

– blockademäßig aber ohne bedeutung für den ablauf des afd-parteitages, aber nicht ohne daraus folgendes verhalten und anpassen der delegierten, die schon nachts bzw. frühmorgens um 2 uhr hingebracht werden mussten
– nur so war ihnen möglich den verschiedenen blockaden zu entgehen
– diese dann also „nutzlos”, weil niemand mehr durch wollte
– „nutzlos“ bedeutet aber nicht „sinnlos“: sie sind zeichen unseres widerstandes und gleichzeitig erfahrungsfeld

– offensichtlich ließ die polizei blockaden auch einfach bestehen, weil die durchfahrten nicht nötig und z.b. die autobahn komplett gesperrt war

– im gegensatz dazu wurden kleine blockaden tagsüber auf den innerstädtischen zufahrtsstraßen zum messegelände rabiat weggeräumt und es so verunmöglicht zum messegelände zu kommen

– es gab keinerlei möglichkeit auch nur in sichtweite des messergeländes zu kommen = kann nicht gerechtfertigt werden

– die polizei war ab donnerstag vor ort und umgebung mit ausgeklügelter strategie: so wurden die busse nachts durch motorradpolizisten bei der anreise ausgemacht und „begleitet“ und entsprechende autobahn- und straßenabschnitte durch die polizei schon mal abgesperrt und der verkehr umgeleitet

– auch die straßenbahnverbindung zum messegelände war schon tags zuvor außer betrieb genommen worden und daher wirkungslos blockiert

– ich selbst war mit meiner gruppe von ca. 60-100 mehrfach dabei zu versuchen, zum gelände zu kommen, aber wir wurden schon ganz früh gestoppt. video mit völlig unerklärbaren brutalen polizeizugriffen liegt vor.

– später große, beeindruckende demozüge durch die stadt

– fazit 1: es gab keine chance, den parteitag zu verhindern, aber gestört haben wir dennoch.

– fazit 2: wir sind teils frustriert, teils aber doch zufrieden, weil wir doch sehr viele nach erfurt gebracht haben inkl. dgb, jusos etc.

– fazit 3: wenn aber alles von der staatsgewalt darauf ausgerichtet ist, eine veranstaltung stattfinden zu lassen, haben wir keine chance gegen diese hochgerüsteten polizisten. die haben alle macht- und gewaltmittel auf ihrer seite und zudem alle möglichkeiten der strategischen ausrichtung. dagegen sind wir amateure.

– fazit 4: es ist zu fragen, was wir weiter tun gegen das erstarken der afd. diese partei muss auf breiter front weiter v. a. auch politisch und auf alle ebenen angegangen werden. es geht um demokratie, teilhabe, soziale gerechtigkeit, das sind die themen, wo wir ranmüssen.

– fazit 5: fraglich, ob wir mit solchen großen widersetzen-projekten mit eher wirkungsloser auswirkung auf große nazi-veranstaltungen weitermachen sollten. ich meine: nein und wir sollten uns auf kleinere veranstaltungen der nazis konzentrieren (was wir ja auch schon vielfach machen).

– fazit 6: wie verbreitern wir den aktiven widerstand in ü40/80-bevölkerung hinein? (bei der demo v.a. wo gerwerkschafterInnen gingen, durchaus gemischte altersgruppen!) auch ansätze zu caritas und sozialverbänden ausbauen.

fazit 7: wenn auch wiedersetzen-schwerpunkt „in aktion gehen“ ist, müssen wir überlegen, wie wir auch für gemeinsames „einfaches“ teilnehmen und demonstrieren aufrufen und dies mit organisieren. denn hier auch weitere bevölkerungsgruppen ansprechbar und beim „nächsten“ vielleicht mit in aktion.

– fazit 8: also erfurt nicht nur negativ zu sehen, sondern auch ermutigend. wir haben immerhin der staatsgewalt ruhig ins bewaffnete auge geguckt und uns nicht abschrecken lassen.

Über Jupp Trauth:

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