Mal was Anderes. Tschechisch, slowakisch, von 2024 und klimapolitisch geht es kaum aktueller. Dazu humorig, aber nicht klamaukig. Dass am Ende das Gute siegt, ist ein schönes Märchen, das hier immerhin sehr gut bebildert und gut gespielt ist. Ich kannte kein einziges Gesicht.

Trockenzeit – Ein Dorf im Süden Tschechiens, der mährischen Toskana. Der trockene Sommer vertieft den Konflikt zwischen zwei Familienclans, die von dominanten Vätern geführt werden. Die verfeindeten Dorffamilien kämpfen hartnäckig um den richtigen Umgang mit der Natur und dem Leben. Letztendlich sind es ihre Kinder, die die Differenzen überwinden und die verschiedenen Ansichten in Einklang bringen.” 107 min. Verfügbar bis 24.8.

Britisches TV-Gold: die fabelhafte Welt der Geldwäsche

Das ist die Serie “Das Gold”, 2 Staffeln mit je 6 Folgen von jeweils einer knappen Stunde. Nur bis 23.8. verfügbar, also schnell bingen. Oder downloaden.

Hier der ausführliche Wikipedia-Eintrag. Den dort zitierten mannigfaltigen positiven Kritiken stimme ich zu. Besonders dieser:

“Für Alex Bilmes vom Esquire zeige die Serie, auch wenn es nicht immer überzeugend ist, dass Figuren aus dem Stegreif über die Ungleichheit des englischen Klassensystems sprechen, ein Porträt einer verdorbenen Gesellschaft aus mindestens drei unabhängigen Schichten: das Establishment, die kriminelle Unterwelt und eine Schattengesellschaft aus korrupten Polizisten, Anwälten und Geschäftsmännern, die sich zwischen beiden bewegen; daraus ergebe sich ein London an altem Geld, neuem Geld und zwielichtigem Geld.”

Andere Nationalitäten als die britische geraten etwas holzschnittartig. Nicht überraschend nach der langen britischen Kolonialgeschichte. Wie bekloppt die Brit*inn*en selbst sind – jedem Montag in drei “Barnabys”.

Ugallywood und politische Geigen

Ein guter Ort für Neuentdeckungen ist der “Arte-Reportage”-Platz am Samstagabend. Das hier ist z.B. spektakulär:

ARTE Reportage: Uganda / Südafrika – (1) Uganda: In einem Slum in Kampala bricht der Studioboss Isaac Nabwana mit allen Normen der Filmindustrie. Mit nur 200 Euro Budget drehte er den Film ‘Who Killed Captain Alex?’ und erreichte zehn Millionen Aufrufe auf YouTube. (2) Südafrika: Das Land hat die Apartheid vor mehr als 30 Jahren abgeschafft und gehört noch immer zu den ‘ungleichsten’ Ländern der Welt.” 52 min. Verfügbar bis 30.8.

Uganda hat demzufolge die fünftgrösste Filmindustrie des Kontinents. Materiell bedeutet das: die Schauspieler*innen bekommen – bestenfalls! – Fahrgeld und Verpflegung. Der Südafrika-Beitrag zeigt die politische Relevanz des Geigenlernens. Und beides die überbordenden Kreativitätspotenziale eines Kontinents, der das sich selbst isolierende Europa in 1-2 Generationen abhängen wird.

Die meisten von uns sind dann tot. Schade eigentlich.

Über Martin Böttger:

Avatar-FotoMartin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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