Dieser Auszug aus dem neuen Newsletter des Demokratischen Salons (den vollständigen Text lesen Sie hier) informiert Sie über die von Anfang Juli bis Mitte August 2026 veröffentlichten Texte. Wie üblich finden Sie dort weitere Leseempfehlungen und Hintergrundinformationen sowie auf einer eigenen Seite, nach Orten sortiert, Vorschläge für den Besuch von Veranstaltungen und Ausstellungen.
Vielleicht lohnt es sich, angesichts der Lage, in der wir zurzeit Politik erleben und zu gestalten versuchen, Goethes Faust wieder zu lesen, möglichst beide Teile. In der Sommerausgabe 2026 von Lettre International bietet Philipp Humm, Autor von „The Last Faust“, einen Essay voller Einsichten und Perspektiven über Hybris, Dialektik und Innehalten: „Letzter Faustischer Pakt“.
Als Editorial empfehle ich mein Gespräch mit Volker Wissing: „Der Wahrheit verpflichtet“ über sein Buch „Verantwortung“, seine Erfahrungen als Strafrichter, sein Selbstverständnis als Christ, über Menschenwürde, Empathie und Nächstenliebe, die Bedeutung Europas und die Zukunft des Liberalismus. (Rubriken: Liberale Demokratie, Europa)
Inhalte der weiteren neu veröffentlichten Texte:
- Franziska Krah stellt in „Viele Stimmen – Verschwimmende Grenzen – die Familie“ die von ihr kuratierte interaktive Ausstellung „Mishpocha – The Art of Collaboration“ vor, die zugleich als Hommage an die erweiterte Familie in Musik und Subkultur sowie als künstlerische Spurensuche zum kulturellen Erbe in Exil und Diaspora konzipiert wurde. (Rubriken: Jüdischsein, Kultur)
- Hans-Gerd Angel stellt in „Magnifica humanitas“ die erste Enzyklika von Papst Leo XIV.vor. Sie steht in der Tradition zahlreicher Sozialenzykliken und darf als politisches Programm des Papstes gelesen werden. Sie behandelt die ganze „Bandbreite menschlicher Fähigkeiten“in einer von Kriegen, Künstlicher Intelligenz und wirtschaftlicher Ungerechtigkeit geprägten Zeit. (Rubrik: Liberale Demokratie)
- Harry Harun Behr stellt in „Bildungsziele Debattenkultur und Weltfähigkeit“ sein Konzept einer (nicht nur) islamischen Religionspädagogik vor. Der Koran formuliert das Recht auf Glück, das Recht auf Differenz, verbindet Religion, Philosophie und Demokratie. Die Entwicklung des einzelnen Menschen ist Bedingung gesellschaftlicher Entwicklung. (Rubriken: Liberale Demokratie, Islam)
- Christian Schmittwilken stellt in „Ein offenes Geheimnis“ die von ihm kuratierte Ausstellung der Stiftung Topographie des Terrors „Der Holocaust – Was wussten die Deutschen?“ vor. Die Ausstellung zeigt Dokumente und Bilder aus dem Alltag, zu Hause, auf der Straße, in der Kirche, am Arbeitsplatz, auf Reisen sowie drei ausführliche Biographien. (Rubriken: Shoah, Opfer und Täter*innen)
- Ruth-Anne Damm, Geschäftsführerin des Vereins ZWEITZEUGEN e.V., reflektiert in „Es beginnt mit dem Feuer im Herzen“ die mit der Ausstellung HOLO-VOICES mögliche Erinnerungsarbeit mit Zeitzeug:innen unter Nutzung von Hologrammen und das in der Zusammenarbeit mit Schüler:innen wirkende psychologische und sozialpädagogische Feingefühl. (Rubriken: Shoah, Opfer und Täter*innen)
- Ines Skibinski analysiert in „Der Duopol bröckelt“ die Lage der polnischen Parteien vor den Wahlen 2027. Die bisherige Konfrontation zwischen der KO mit Donald Tusk und der PiS mit Jaros³aw Kaczyñski scheint sich aufzulösen. Allerdings könnte die KO ihre Koalitionspartner verlieren, die PiS hat sich gepalten und am rechten Rand von PiS haben mindestens zwei Formationen Erfolgsaussichten. (Rubrik: Osteuropa)
- Mykola Riabchuk reflektiert in „Ein polnisch-ukrainischer Erinnerungskrieg“ den Streit um die Massaker in Wolhynien. Er beschreibt die historischen Hintergründe und entwickelt Optionen, wie der ukrainische Präsident sich zu den (offensichtlich innenpolitisch motivierten) Reaktionen des polnischen Staatspräsidenten verhalten könnte. (Rubrik: Osteuropa)
- Liana Blikharska und Ela Kwieciñska sprechen in „Der lange Schatten Wolhyniens“ aus der Sicht einer ukrainischen und einer polnischen Historikerin über den schwierigen Weg zur Versöhnung zwischen Polen und der Ukraine, die öffentlichen und politischen Deutungskämpfe um die Massenmorde in Wolhynien sowie die Chancen einer umfassenden Feldforschung. (Rubrik: Osteuropa)
- Fritz Heidorn bietet in „Musikalisches Weltall“ einen unterhaltsamen Überblick über Musik in der Science Fiction, Science-Fiction-Elemente und Texte in der Musik, Musik als Gegenstand verschiedener Romane sowie die Entwicklung elektronischer Musik. Die im Text besprochenen Musikstücke können jeweils über einen Link angehört werden. (Rubriken: Utopien / Science Fiction, Kultur)
- Jürgen Bacia und Miriam Bajorat stellen das Archiv für alternatives Schrifttum in Duisburg vor: „Werft eure Geschichte nicht weg!“ Das Archiv sammelt Zeitschriften und Broschüren, Audiodateien, Filme, Gegenstände aus den Protestbewegungen in Deutschland. Es bietet einen einzigartigen Fundus zur Erforschung dieses Teils der deutschen Geschichte. (Rubrik: Kultur, Treibhäuser)
- Ida Tolle und Charlotte Heim dokumentieren und analysieren in „Geschichtsrevisonismus via TikTok“, wie die extreme Rechte mit Memes und Videos in jugendliche Lebenswelten eindringt. Die Plattform bietet ideale Bedingungen für populistische Inhalte und die NS-Zeit verfälschende und verharmlosende Narrative. (Rubrik: Treibhäuser)
- Nicole Bögelein und Gina Rosa Wollinger, Kriminologinnen aus Köln, plädieren mit ihrem Buch „True Criminology“ „Für neue Prioritäten in der Kriminalpolitik“. Thema sind Ursachen verzerrter Wahrnehmungen. Die reguläre Präsentation von Statistiken gibt ein falsches Bild der Kriminalität. Erforderlich sind vor allem Dunkelfeldstudien. (Rubrik: Treibhäuser)
- Norbert Reichel dokumentiert in „Was von der Mitte übrigbleibt“ ein düsteres Bild der Metaphern und des Framings der politischen Kämpfe im 21. Jahrhundert, in deren „Arenen“ (Steffen Mau und andere) und an deren „Spaltungslinien“ (Philip Manow) ein „Kampf zwischen Gut und Böse“ in eine Art autoritäre Anarchie zu münden scheint. (Rubriken: Treibhäuser, Weltweite Entwicklungen)
Leseempfehlungen und Hintergrundinformationen finden Sie zu folgenden Themen: 65 Jahre Berliner Mauer (Bundeszentrale für politische Bildung), 250 Jahre US-Verfassung (Dieter Grimm), Checks and Balances (Winfried Thaa), Völkerrecht (Heike Krieger), Kunstfreiheit und Kunstförderung (Nils Weinberg und David Villaume), Erfolg gegen die AfD (Verein Wildtulpe), Autorinnen im Exil (Helen Wolff Grants), Migrantische Erfolgsgeschichte (Luisa Jacobs), Stimmen nach dem 7. Oktober (Kolot), Aufarbeitung des an Sinti und Roma begangenen Unrechts (Stiftung EVZ), Frauen in der extremen Rechten (Cynthia Möller), Generation Z in Indien (Fiona Weber-Steinhaus und Bilal Kuchay), Faschismus in Indien (Arundhati Roy, Amadeus Marzai), Künstler:innen im Iran (Stefan Frank), Hinrichtungen im Iran (Mahtab Qulizadeh), Mädchen und Frauen in Afghanistan (Nilofar Ayoubi, Neda Noran und Atousa Azar), Palästinensischer Widerstand gegen die Hamas (Mohammed Altlooli), Sudan (Aus Politik und Zeitgeschichte), Migration der Milliardäre (Xifan Yang und Kristin Surak), Staatspiraterie und Meerengen (Nicholas Mulder), Fiktion und Realität in der Science Fiction, (Marietta Auer), Science Fiction rückwärts (Hannes Stein), hebräischer Verlag „Altneuland“ (Ayala Goldmann).
Der Newsletter des Demokratischen Salons erscheint in der Regel etwa alle sechs bis acht Wochen. Die nächste Ausgabe erhalten Sie gegen Ende September / Anfang Oktober 2026. Neue Beiträge werden selbstverständlich weiterhin laufend veröffentlicht.

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