Timothy Snyder über die strategische Schwächung der USA durch die Trump-Administration

Nach der Wiederwahl Trumps und der Bildung seiner Regierung rutschte mir einmal der Satz aus dem Mund, dass es sich absehbar um die größte politische Gurkentruppe handele, die einem auf hochrangiger politischer Ebene in jüngerer Zeit begegnen konnte. Wir nähern uns der Hälfte der nach der Verfassung der USA vorgesehenen Amtszeit der Mannschaft und die Befürchtung hat sich übererfüllt.

Timothy Snyder zeichnet mit einer reichlich dialektischen Betrachtungsweise nach, wie das dilettantische Agieren der Administration und ihres Chefs die Macht jenes Landes untergraben hat, das sie eigentlich „Great Again“ zu machen versprachen. Die Machtgesten von Trump wirken immer infantiler und offenbaren immer stärker die Hilflosigkeit der Protagonisten.

Möglicherweise wird Trump nach den Midterms in drei Wochen zur „Lame Duck“. Möglich ist aber auch immer noch, dass ihm sein kruder Machtinstinkt einen Weg eröffnet, um das verfassungsmäßige Gefüge der USA noch weitergehend auszuhebeln, als er es bisher schon getan hat.

Über Reinhard Olschanski / Gastautor:

Avatar-FotoGeboren 1960, Studium der Philosophie, Musik, Politik und Germanistik in Berlin, Frankfurt und Urbino (Italien). Promotion zum Dr. phil. bei Axel Honneth. Diverse Lehrtätigkeiten. Langjährige Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Referent im Bundestag, im Landtag NRW und im Staatsministerium Baden-Württemberg. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Politik, Philosophie, Musik und Kultur. Mehr über und von Reinhard Olschanski finden sie auf seiner Homepage.