Es gibt nicht nur einen Internationalen Tag der Frau (8. März), sondern am 3. November auch einen Weltmännertag. Mit ‘Männern von Welt’ hat das nichts zu tun. Es geht auch nicht um die Unterdrückung oder Benachteiligung von Männern, sondern um die Schärfung des Bewusstsein für die Gesundheit der Männer. Vor allem werden Vorsorgeuntersuchungen gefordert und gefördert, um die gesundheitlichen Risiken zu reduzieren. Dabei geht es um Krebsvorsorge, Bewegungsmangel, falsche Ernährung, Umgang mit Stress und Suizidprävention.
Hintergrund ist, dass die Lebenserwartung von Männern im Durchschnitt um fünf bis sieben Jahre kürzer ist als die der Frauen und dass Männer seltener präventive Hilfe in Anspruch nehmen. Männer haben tendenziell einen ungesünderen und gefährlicheren Lebensstil. Sie greifen häufiger zu Alkohol, Zigaretten und Drogen, haben öfter tödliche Verkehrsunfälle, unterliegen trotz aller Fortschritte bei der Gleichstellung stärkerem beruflichen Stress und gehen seltener zum Arzt als Frauen.
Der Aktionstag wurde im Jahr 2000 durch Andrologen der Universität Wien und mit Michail Gorbatschow als Schirmherrn ins Leben gerufen. Maßgeblicher Initiator und treibende Kraft war der österreichische Journalist und Medienmanager Georg Kindel. Organisiert wird der Tag durch die Gorbatschow-Stiftung, die Stadt Wien, die Universität Wien, die Institution Medical Connection und das Wiener Büro der Vereinten Nationen.
Zum Weltmännertag gibt es verschiedene Aktionen, Kampagnen und Veranstaltungen, die Männergesundheit, Prävention, Rollenbilder und soziale Themen aufgreifen. Kliniken, Ärzte und Gesundheitseinrichtungen nutzen den Tag, um auf typische Männerkrankheiten (z. B. Prostatakrebs) und Vorsorgeuntersuchungen aufmerksam zu machen. Manche Fitnessstudios bieten speziellen oder freien Eintritt für Männer ab einem bestimmten Alter an, um Bewegung und Gesundheit zu fördern. Mitunter gibt es lokale Mitmach-Aktionen und Infostände von Rettungsdiensten oder Gesundheitspartnern. Organisationen wie das ‘Bundesforum Männer’ oder die ‘Stiftung Männergesundheit’ veranstalten Fachkonferenzen, Workshops und Vorträge.
Diese Stiftung veröffentlicht seit 2010 immer wieder Männergesundheitsberichte, jeweils im Umfang von 300 bis 450 Seiten. Darin geht es um unterschiedliche Schwerpunktthemen. Bisherige Themen waren Gewalterfahrung und die Folgen für die Gesundheit, Probleme junger Männer, Gesundheit n der Lebensmitte, Übergang in die Rente, Sexualität von Männern und Physische Gesundheit.
Gleichfalls im November (19.11.) findet der Internationale Männertag statt. Während der Weltmännertag sich auf die Gesundheitsfragen konzentriert, widmet sich der Internationale Männertag eher der Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann. Daher stellt er Geschlechtergleichheit, positive männliche Vorbilder und das Wohlbefinden von Männern und Jungen in den Vordergrund seiner Arbeit.
Der Internationale Männertag wurde 1999 in Trinidad und Tobago eingeführt. Er entstand unabhängig vom Weltmännertag und betont, keine Konkurrenz zum Internationalen Tag der Frau zu sein. Seine Veranstaltungen werden weltweit von verschiedensten Personen und Gruppen und von den Vereinten Nationen und der UNESCO unterstützt. Inzwischen wirken rund 80 Staaten mit. In Deutschland haben zuletzt die Hauptstelle für Suchtfragen und die Deutsche Krebshilfestiftung eine Informationskampagne zu den Themen Alkohol und Krebs durchgeführt. Auch das Bundesforum Männer und das Forum Katholischer Männer wirken mit.
Das Themenspektrum des Internationalen Männertags ist breit:
# Betonung des positiven Beitrags der Männer in den Bereichen Gesellschaft, Gemeinde, Familie, Ehe, Kinderbetreuung und Umwelt.
# Aufzeigen von Diskriminierung gegen Männer in den Bereichen Sozialleistung, soziale Erwartungen sowie Recht.
# Verbessern des Geschlechterverhältnisses und Förderung der Gleichberechtigung.
# Hervorhebung von männlichen Vorbildern, nicht nur von Filmstars und Sportlern.
# Beratung zu Männergesundheit und Wohlbefinden in sozialer, emotionaler, physischer und spiritueller Hinsicht.
Jedes Jahr steht der Internationale Männertag unter einem Leitmotiv, so etwa im Jahre 2002 Frieden, 2003 Männergesundheit, 2007 Heilung und Vergebung und 2009 Positive männliche Vorbilder. Gewerkschaften, Gleichstellungsstellen und Vereine bieten an diesem Tag Väter-Aktionswochen an, in denen Rollenbilder, Gleichstellung und die Situation von Jungen und Männern thematisiert werden. Zudem werden unter anderem Seminare, Schulveranstaltungen, Radio- und Fernsehprogramme, Kundgebungen, Debatten, Podiumsdiskussionen und Kunstausstellungen abgehalten.

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