Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Autor: Martin Böttger (Seite 5 von 378)

Autos stören den Verkehr

Bleibt weg aus Beuel – gesunde Menschen brauchen hier kein Auto

“Ihr steht nicht im Stau – ihr seid der Stau!” – diese alte Volksweisheit wird heute in der Beueler City aufgefrischt. Pünktlich zum Ende der Osterferien und zum Wiederbeginn des Schulverkehrs begannen an der zentralen Beueler ÖPNV-Umsteigestelle Konrad-Adenauer-Platz die Gleisbauarbeiten. An der Stadtbahnhaltestelle der Linie 66 beanspruchen sie nicht nur das Gleisbett, sondern verengen auch den Autoverkehr der Sankt-Augustiner Strasse von vier auf zwei Spuren. Wenn ein Linienbus halten muss, ist alles zuende. Weiterlesen

Trümmerfrauen?

“Der DFB hat 70 Jahre gebraucht, bis er den Frauenfussball offiziell anerkannt hat. Und die Bundesliga hat 63 Jahre gebraucht, bis zum ersten Mal eine Frau als Cheftrainerin auf der Trainerbank in der Männerbundesliga sitzen wird.”

mit Update nachmittags

So startete Arnd Zeigler gestern sein kleines Fachmagazin im WDR-Dritten. Freund Küppi war es vorbehalten, unter Auslassung spielentscheidender Buchstaben, auf Sabrina Wittmann (FC Ingolstadt) hinzuweisen, die “schon” seit zwei Jahren als Profitrainerin in der Dritten Liga amtiert, und bei Küppis RWE an diesem Wochenende drei Punkte ablieferte (1:4). Weiterlesen

Bequemer Pessimismus

Lutz Heuken war nach meiner Lesererinnerung in seinem Berufsleben, das sich bei der einst wichtigen und mächtigen WAZ abspielte, ein durchgehend anständiger Journalist. Unvergesslich bleibt mir, dass er sich Ende der 90er als Ressortchef und Leitartikler gegen den “völkerrechtswidrigen” (zit. der damals amtierende Kanzler Schröder) Kosovo-Feldzug der seinerzeit rot-grünen Bundesregierung und der Nato ausgesprochen hat. Auch heute gibt er im “Blog der Republik” seines früheren Arbeitskollegen Alfons Pieper Einschätzungen zum Ausdruck, denen ich und viele meiner Freund*inn*e*n folgen können. Darum benenne ich hier heute für mich eine Ausnahme. Weiterlesen

Dumme sehen dumm aus

Clowns machen das deutsche Feuilleton kenntlich: brav Knochen abnagen und weiterschlafen

Martin Sonneborn und Adolf Winkelmann werden vom FAZ-Feuilleton gefeiert, selbstverständlich nur hinter digitalen Mauern. Sollte sie das beunruhigen? Das müssen sie selbst entscheiden. Winkelmann wird immerhin von Harald Staun porträtiert, einem der wenigen intellektuell geschäftsfähigen Autor*inn*en dort. Vor 15 Jahren habe ich Winkelmann selbst interviewt, weil ich sein Lebenswerk sehr verehre. Schön, dass er noch lebt. Aber es geht weit dümmer, als diesen Systemclowns Beachtung zu schenken. Weiterlesen

Keine Kritik, niemals!

Melania, Jeffrey, Donald, die WM … ein PR-Kampf zur Überwältigung der Kriege

mit Update nachmittags

Wenige Monate vor der für Donald Trump spielentscheidenden Fussball-WM meldet sich die Südamerika-Abteilung der Fifamafia zu Wort, mit dem passenden Schlusswort des deutschen Sportinformationsdienstes sid: “Aus den FIFA-Mitgliedsverbänden ist dagegen keine Kritik an Infantino zu vernehmen.” Das gilt auch und besonders für die deutsche (DFB) und europäische Sektion (Uefa) dieser kriminellen Vereinigung, die aufs Engste mit der Wettmafia ökonomisch liiert ist. Weiterlesen

Kritische Ergänzung zu einem Interview

“Vergleichbar mit Kokain” – nicht nur für Kinder

Anne Wilkening gibt in einem Interview mit ver.di-publik wichtige Hinweise. Das Problem ist grösser, als die meisten denken. Denn alles, was Frau Wilkening an Suchtgefahren beschreibt, gilt für Menschen jeden Alters. Sie vergleicht die Gefahren mit Kokain. Kokainhandel ist verboten. Die Milliardäre, die vergleichbare Medien zur eigenen grenzenlosen Bereicherung und Herrschaftssicherung einsetzen, sind dagegen nicht verboten, sondern kreieren selbst Geschäftsmodelle und Gesetze. Und bekommen es von der herrschenden Politik vorne und hinten reingeschoben … Weiterlesen

Vermisst

… ist in diesen Tagen sehr viel politische Vernunft. Ein Vernünftiger war lebenslang Joachim “Jo” Scheffer, dem Roland Appel nachruft: “Ein liberaler Freund wird sehr vermisst”.

Hilfsangebote vermisst Annette Jensen/ver.di-publik stellvertretend für Millionen Betroffene: Ängste und Depressionen – Das Leid der jungen Generation – Copsy-Studie — Ängste und Depressionen sind unter Kindern und Jugendlichen weit verbreitet. Doch es gibt zu wenig psychologische Hilfsangebote”.

Friedrich Küppersbusch und sein Team vermissen sie ganz sicher nicht: “Kommt die Atombombe?” – hat sich die Welt gestern noch gefragt. Ich fasse das, was die europäische Welt dazu geleistet hat, in Anlehnung an Andreas Zumach so zusammen: Peinlich devot II – Aber Journalismus ist möglich”.

“Insider berichten” dazu in einem ausführlichen Interview mit Constanze Kurz/netzpolitik – “Grundrechte: Zwei Insider berichten vom Europäischen Datenschutzbeauftragten”.

Rheinpegel Bonn 218cm.

Freundliche Grüße

Martin Böttger

Die meisten wissen es längst

Medienkritik wird dadurch nicht überflüssig – eher im Gegenteil

Einerseits ist es ermüdend. Nicht zum ersten Mal schreibt Christiane Voges/telepolis: Ukraine-Krieg und Iran-Krieg: Wie Medien mit zweierlei Maß berichten – Ein Essay über Framing, Wortwahl und Doppelstandards: Warum der Ukraine-Krieg klar benannt wird – und der Angriff auf Iran sprachlich verschwimmt.” Ermüdend für mich als Bescheidwisser, vielleicht auch für sie als Autorin (bei dem bescheidenen Honorar). Überflüssig ist es nicht. Weiterlesen

Pralles Osterprogramm 2026

Trump und das Männerproblem

Charlotte Wiedemann: Das Gift der Gewöhnung – Folgen des Irankriegs: Um Iran wird ein Weltkrieg neuen Typs geführt: Bomben auf ziviles Leben sind heute Absicht. Wer dem nicht widerspricht, hat keinen moralischen Kompass.” Reinhard Olschanski: Performatives Schlafwandeln – Trumps gelockerter Wirklichkeitsbezug”. Sie wollen nicht sterben: “Iraner*innen – auch nicht dümmer als wir”, weder für das Gute noch für das Böse. Reinhard Olschanski über Kritik und philosophische Engführung – Zum Tod von Jürgen Habermas”. Und Die Männerkrise – Männer machen ihre Fakten selbst”.
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Die Männerkrise

Männer machen ihre Fakten selbst

Nach heutiger Durchsicht diverser Onlinemedien war nur ein menschenrechtlich adäquater Schluss möglich: der der exzellent gealterten Oberhausener Kabarettistin Gerburg Jahnke: “Ich bevorzuge für Männer die Gartenhaltung.” Hier alles nachzuhören beim alten Fritz (71, genauso gut gealtert), Sie werden es nicht bereuen. Und ein bemerkenswerter menschenrechtlicher Fortschritt gegenüber diesen bedauernswerten Ex-Artgenossen. Weiterlesen

Iraner*innen – auch nicht dümmer als wir

Deutsche Kriegsdienstverweigerer und -innen wollen nicht töten. Und natürlich auch nicht sterben. Iraner*innen – entgegen der herrschenden Medienpropaganda – auch nicht. Ganz im Gegensatz zu den freiheitskämpfenden Ukrainer*innen. Obwohl: viele von ihnen wollen auch nicht sterben, es ist nur teurer als bei uns. Aber zurück zu den Iraner*innen, die auch nicht für die Guten und ihr Herzensanliegen sterben wollen. Weiterlesen

Die starke Frau dahinter

Der München-“Tatort” wäre ohne sie nicht das geworden, was er war – aber wer erinnert noch an sie?

mit Update 7.4.

Ohne solche Redakteur*inn*e*n wäre das TV schon lange tot. Sie haben es gross gemacht, zum zeitweise zentralen und mächtigsten Medium der BRD, das auch in der DDR ausgiebig konsumiert wurde. Das German Television. Sie sind heute fast vergessen, weil sie uneitel kreative Arbeit gemacht haben: Stoffe entwickeln, Bühnen bauen, das Senden gegen ignorante kenntnisfreie Chefs durchsetzen, sich still freuen, wenn sich Erfolg einstellt und Stars geboren werden. Horst Königstein (NDR) war so einer, Heidi Steinhaus (WDR, Schimanski-“Tatorte”, noch nicht mal mit Wikipedia-Eintrag) und ganz sicher auch Silvia Koller, ohne die es die gegenwärtigen Oster-Feierlichkeiten nicht geben würde. Aber wer erinnert an sie? Weiterlesen

Die Revolution ist hier

Böhmermanns ZDF-Magazin Royale war es schon vor zwei Jahren aufgefallen (nicht mehr online). Nun hat es auch das “Netzwerk Recherche” gemerkt. Wo sich Lokalmedien zurückziehen, weil die verlegenden Milliardärsfamilien es nicht mehr für rentabel halten, da finden sich grosszügig bespendete Faschisten, um in die Lücke, bisweilen blutig und/oder feurig, hineinzustossen. Lobenswert: beim Netzwerk haben sie, Thomas Schnedler und Malte Werner, sich richtig Arbeit gemacht. Danke, das ist wichtig. Und es gibt hier eine kompakte Würdigung: Weiterlesen

Es geht auch fair

Florian Opitz macht am “Fall Özil” Deutschland nackig – “Alle haben verloren” (Per Mertesacker)

Florian Opitz ist mir schon mehrmals als intelligenter Dokumentarfilmer aufgefallen. Ich war erst widerwillig, mir ein x-tes Mal die Dramen um den supertalentierten Fussballer aber politisch immer miserabel beratenen Mesut Özil anzusehen. Als ich feststellte, dass Opitz das gedreht hat (Produktion: Flare Film), entschloss ich mich doch dazu. Und habe es nicht bereut. Weiterlesen

Vor Ostern

An diesem Text schien das Leser*innen-Interesse im Tagesverlauf begrenzt zu sein: Rita Schuhmacher/ver.di-publik: ‘Das Spiel soll doch gut werden’ – Gaming — Crunch, Selbstausbeutung, Sexismus und der lange Weg zu fairen Jobs in der Gamingbranche”. Zu Unrecht. Denn hier geht es um die umsatzstärkste aller Medienbranchen. Was bei den Älteren weitgehend unbekannt ist. Und wenn das so bleibt, darf sich über solche Umfrageresultate und die von Roland Appel konstatierten politischen Folgen “Diese Regierung schadet der Demokratie” niemand wundern.

Netzpolitik.org hat in Denis Glismann einen neuen Praktikanten, der sogleich eine wichtige Nachricht überbringt: ‘Keine verfassungskonforme Ausgestaltung möglich’ – Zivilgesellschaft warnt vor Plänen für KI-Fahndung”.

Und ich melde das diesjährige TopTen-Ergebnis der “Initiative Nachrichtenaufklärung”: “Vergessen?” Nicht alles daran ist widerspruchsfrei.

Kurz nach Mitternacht finden Sie hier: Malte Seiwerth/ver.di-publik: “Aus der Schule »gegen Rechts« – Rechtsextremismus an Berufsschulen — An manchen Berufsschulen sind Hakenkreuze und Rassismus allgegenwärtig. Wie sich Berufsschüler*innen dagegen wehren. Zu Besuch an einer Seefahrtschule”.

Bereits ankündigen kann ich für morgen 16 h den letzten Teil von Dr. Clarissa Vogler: “Kapitel 9: Die Grammatik des Widerstands”. Und von mir zum Ende des Münchner “Tatorts” am Ostersonntag: “Die starke Frau dahinter – Der München-‘Tatort’ wäre ohne sie nicht das geworden, was er war – aber wer erinnert noch an sie?” Es wird nie wieder so sein.

Rheinpegel Bonn 230cm.

Den nächsten Newsletter erhalten Sie am Dienstagabend nach Ostern.

Freundliche Grüße

Martin Böttger

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