Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Genuss (Seite 8 von 61)

Sie tänzeln eher und smashen nicht

Welch Drahtseilakt die Kunstszene am Bosporus unter Erdoğans repressiver Politik vollziehen muss, zeigt auch die jetzige, ziemlich klandestin geratene Istanbul-Biennale

Zwei ausgestreckte Hände mit gespreizten Fingern aus weißem Gips, um die ein goldener Stacheldraht gewickelt ist. „Selfmade“, die Arbeit der Künstlerin Mariana Vassileva im Istanbuler Kunstmuseum Arter, stammt schon aus dem Jahr 2011, könnte aber kaum symbolischer für die Lage der Künste derzeit sein. Weiterlesen

Do you speak english?

Die Ernährung der Welt ist – am meisten – durch ökonomische Machtkonzentration bedroht

In Deutschland wird viel über die UNO gewettert. Anders als die EU macht die nicht auf Kommando, was die Bundesregierung will. Zu Beginn meines Zivildienstes in der Beueler Herrmannstrasse verurteilten die dort die (west-)deutsche Bundesregierung (damals: SPD/FDP) namentlich für ihre militärische Zusammenarbeit mit dem rassistischen südafrikanischen Apartheidregime. Und das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung hatte alle Hände voll zu tun, die (west-)deutschen Medien – Internet gabs ja nicht – von einer Berichterstattung abzuhalten (“von Moskau gesteuert”). Hat geklappt. Aber ich schweife ab. Weiterlesen

Der Markt des Winterhoff

Toxische Männer – sie sind überall – und nähren Mediathekperlen

Die Ossi-Tatorte der ARD laufen bei den Einschaltquoten meistens unterm Durchschnitt. Kein Wunder, da wohnen ja weit weniger Leute. Der MDR-Tatort von letzten Sonntag hat aber mehr als die 8 Mio. verdient – es sind übrigens danach erneut über 5 Mio. vor der Laber-Paarung Miosga-Klingbeil geflohen. Ich fresse einen Besen, wenn die Drehbuchautorinnen Silke Zertz und Frauke Hunfeld nicht aufmerksam den Bonner Fall Winterhoff studiert haben. Weiterlesen

Reality-TV

Marrokanische Perle – vom Publikum unbemerkt, stellt das meiste Streaming-Zeug in den Schatten

Obwohl doch Schatten in Marokko ein seltenes Luxusgut ist. Was die Menschen in der Refeudalisierung des Oligarchen-Kapitalismus erwartet, davon wissen die Marokkaner*innen einiges mehr, als Andere. Alina Schwermer/taz hat eben beschrieben, wie die Kommerzsport-Grossereignisse Land und Volk aussaugen, und sich Feudalclans die Taschen füllen: Männerfußball-WM 2030 in Marokko: Viel Glitzer, viel Groll – Marokko investiert Milliarden für die WM. Es geht um wirtschaftliche Transformation, Tourismus und Außendiplomatie. Im Land wächst der Unmut.” Schauen Sie als Kontrastmittel und mit Blick auf die Wirklichkeit diesen Film, der bei den Festspielen in Cannes Premiere hatte, und den Arte Mittwochnacht versenkte: Weiterlesen

Anwält*inn*e*n-Irrsinn

Neuzugang in ZDF-Mediathek: “Suits”

Die Serie mit mittlerweile 9 Staffeln ist schon gut abgehangen, seit 2011. Ich habe sie auch schon auf irgendeinem Privatsender (war es Vox? gibt es den noch?) einige Folgen lang gesehen, und bin dann irgendwann ausgestiegen. Die Selbstreferentialität jener Lackaffen in den USA, die in grenzenloser Bereicherung den Sinn ihres Lebens sehen, war ich irgendwann leid. Andere erzählerische rote Fäden konnte ich nicht entdecken. “Brutal” war allenfalls der Naturalismus und das in Hektik ausartende Tempo. Anderen könnte das gefallen. Weiterlesen

“Auslandsvermarktung”?

Haben wir gelacht …

Das Kartell des Profifussballs (der Herren) mit der Bezeichnung “Deutsche Fussball-Liga” (DFL) klagt seit seiner Gründung über die “nicht gehobenen Potenziale” seiner Auslandsvermarktung. Während es doch bisher durch alle Wirtschafts- und Pandemiekrisen hindurch tadellos gelungen ist, mit dem betriebswirtschaftlichen Rechnungswesen nur mangelhaft vertraute Medienanstalten im Inland unbegrenzt auszunehmen. Die holen sich das dann bei Gastronomen und mit betriebswirtschaftlichem Rechnungswesen nur unzureichend vertrauten Endverbraucher*inne*n. Weiterlesen

Trugbild: Die neue Einsamkeit

Eigentlich sollten Unterhaltung und Erotik Menschen verbinden. Stattdessen weisen die Venus und die IFA, Leitmessen ihrer Branchen, einen anderen Weg.

Im Frühherbst fanden in Berlin zwei traditionsreiche Events statt: Die IFA (ehemals Internationale Funkausstellung, heute „Innovation For All“) ist eine Ausstellung für Unterhaltungs- und Gebrauchselektronik. Die Venus ist eine Fachmesse für Lifestyle und Erotik. Weiterlesen

Mehr als umstritten

Das Stadion-Ranking der 11Freunde

Die Rankingsucht der Medien ist an sich schon eine krankhafte Wichtigtuerei. Von Leuten, bzw. Organen, die es besonders nötig haben: Aufmerksamkeitserregerei und Clickbaiting. Gut, in diesem Fall ist es ihnen mit mir gelungen. Aber nur, weil sie es nicht digital eingemauert haben. Und weil mann nicht ständig klicken muss, sondern scrollen kann. Weiterlesen

Hammerhartes Belgien-TV

Belgien ist angefüllt mit Traumata. Seine Kolonialverbrechen stehen jener heutiger Grossmächte in nichts nach. Und dann war da noch der Fall Dutroux, von dem mutmasslich eine satte Mehrheit der Belgier*innen selbst nicht glaubt, dass er ausreichend aufgeklärt wurde. Entsprechend hart geht das belgische Filmschaffen mit seinem eigenen Land um, ein Härte, die im postnazistischen Deutschland angemessen wäre, aber nur allzu selten anzutreffen ist. Ein gutes belgisches Beispiel: “1985”, verfügbar bis 29.10.. Weiterlesen

Alternativen

Es gibt sie. Und ihr Anfang ist immer, dass sie gedacht werden. Das bin ich bereit Meinhard Creydt/telepolis zuzugestehen, dessen logischer Gedankenführung ich gerne folge: Wenn Kühe in den öffentlichen Dienst wechseln: Eine radikale Idee für die Zukunft der Landwirtschaft – Wir bezahlen das Essen mehrfach. An der Kasse, über Steuern – und mit zerstörten Böden. Wie lange kann das so weitergehen?” Aber seit wann regiert in der Politik Logik? Weiterlesen

“Vorstadtweiber” wieder online

Die ersten zwei Staffeln bis Anfang November

Sie sind gewiss das schönste Geschenk, das Österreich dem deutschen Publikum – neben Major Kottan (“Inspektor gibts kaan”) und den Serien von David Schalko – jemals gemacht hat. Und die ARD hat sich, wie wir sie kennen, banausenhaft und undankbar gezeigt. Aber irgendjemand kam dort auf die Idee, die alten Staffeln 1 und 2 wieder ins Programm, nachts auf ONE, und, wichtiger, in die Mediathek zu nehmen. Ein kleines Bravo. Weiterlesen

Merkel, Hans Meyer und ich

Details zu gesundheitsfördernder Mediendiät

Warum überrascht es mich nicht? In einem stockkonservativen deutschen Provinzblatt, dessen Titel gerne zitiert wird, wenn jemand was über deutschen Medienprovinzialismus verdeutlichen will, gab die einstmals mächtigste Frau dieser Republik bekannt, auf welche Weise sie sich nunmehr als Ruheständlerin informiert – und vor allem in Ruhe gelassen werden will. Und es deckt sich fast vollständig mit meiner eigenen Mediendiät. Wir sind alt, und können es uns leisten. Weiterlesen

Einfach Betrieb einstellen

Wundersame Bahn CCXXII

Mir war die Idee bei den jüngsten Fussballländerspielen (der Herren) gekommen. Der DFB könnte den aufwändigen Länderspielbetrieb einfach einstellen. Niemand würde ihn vermissen. Und die TV-Anstalten zeigen uns einfach stattdessen die Länderspiele Spaniens (der Herren und der Frauen). Das wäre schöner Fussball, und das Publikum hätte seine Freude daran. Auf dem Fensehsofatisch die Kartoffelchips durch spanische Tapas ersetzen – und das Genusserlebnis wäre perfekt. Weiterlesen

Açaí, Maniok und Fisch

Auf die lokale Küche sind in Belém alle stolz

mit Update 23.9.

Wer in den Norden Brasiliens reist, gelangt in eine andere Welt – auch wenn die Ankunft in der Millionenstadt Belém erfolgt. Hier im Amazonasgebiet ist das Klima heiß und feucht. Trotz ihrer mittlerweile beachtlichen Skyline bleibt Belém unordentlich, die offenen Kanäle und Abwässer in den Straßen sorgen für einen markanten Geruch. Rund um die COP30 ist eine Debatte entstanden, die viele Menschen aus Pará, die „Paraenses“, als Belém-Bashing empfinden. Ein gutes Beispiel dafür war ein Artikel im The Economist, der die fehlende Infrastruktur in Beleḿ beklagte und eine COP des Chaos vorhersagte. Weiterlesen

Jugendgefährdung in s/w

Jaja, die ARD. Im Kinderschutz will sie sich von niemandem übertreffen lassen. Und ein schwarz-weisses Gaunermärchen, das Berlin endlich mal so ähnlich zeigt, wie es ist, das ist Kindern, die bis 22 h aufbleiben müssen, nicht zuzumuten. Oder sie müssen halt bei ihrer Datenübergabe und Altersverifikation die ARD-Algorithmen austricksen. Den meisten wird das nicht schwerfallen. Wir dummen Erwachsenen, sofern wir nicht bis 22 h warten wollen, müssen die ebengleichen fachkundigen Enkelkinder konsultieren, um uns dieses fantastisch humorvolle und lakonische Gauner*innen*märchen zugänglich zu machen: Weiterlesen

Redford sein?

Ich kenne keine Frau, die nicht um ihn trauert. Vielleicht nur die Heterosexuellen? Weiss ich nicht. “Woher kennst Du ihn so gut?” fragte ich heute eine. Immerhin war er Schauspieler, hat also das Rolle spielen gelernt. OK, ich hatte eine sehr nette und nicht minder attraktive Arbeitskollegin, die wiederum mit seiner Gattin befreundet war. Was sie aus gemeinsamen Skiurlauben erzählte, benannte auch keinen Nachteil. Ob es ihr Blick war? Weiterlesen

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