Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Genuss (Seite 9 von 62)

Auf der Pirsch

Es schallt und knallt. Die Ausbeute der Jagdzeit – Wildgerichte an Rotkraut mit und ohne Preiselbeeren an Kartoffelknödeln – zieren die Speisekarten vieler Ausflugsgaststätten, und so mancher Weidgenosse hat auch schon ein respektables Jägerschnitzel abgegeben. Es sind immer Festtage, wenn St. Hubertus seine Erschießungskommandos in den Wald schickt. Dann geben Millionen Mümmelmänner die Möhren ab, und Pilzsammler sind gut beraten, sich in grelles Orange zu kleiden: Der deutsche Weidmann schießt nicht auf Apfelsinen, es sei denn, es bietet sich kein anderes Ziel. Weiterlesen

Wieder zu besichtigen

Malades Austria, malades was-mit-Medien: “Walking on sunshine” wieder verfügbar

“Vorstadtweiber” war (und ist) ja schon gut. Doch manche Fans fanden “Walking on sunshine” (beginnend 2018) noch bissiger. Es ist noch bis 20.11. verfügbar (1. Staffel), und zwar beim ORF. Eine gewisse Hoffnung besteht, dass es morgen auch wieder in der ARD-Mediathek erscheint, die ab morgennachmittag auf One die lineare Ausstrahlung zu wiederholen beginnt (15.35 h). Wie immer werden entsprechende Informationen vor dem doofen Publikum geheim gehalten. Schauen Sie mal hier nach. Möglicherweise werden die Staffelteile wieder nur als Häppchen dargereicht. It’s the economy, stupid! Weiterlesen

Wundersame Medienstrategie

Wundersame Bahn CCXXX

Wundersam ist es, in einem Land der verfassungsrechtlich geschützten Meinungs- und Pressefreiheit einem Medium die Veröffentlichung von Texten verbieten zu wollen. Die das wollen, sind die 16 deutschen Ministerpräsident*inn*en, die damit die heissesten Träume von weniger als einem Dutzend Milliardär*inn*en-Clans wahr werden lassen, denen Deutschlands Zeitungsverlage gehören. Damit enteiern sie die Medien, die uns gehören, und die wir monatlich bezahlen. Ebenso wundersam ist der langjährige Trend in ebendiesen Medien, ihre eigenen Fachredaktionen rückstandslos aufzulösen. Nach dem Motto: Fachkompetenz stört. Und mobilisiert Widerworte. Weiterlesen

Frauen schlagen Männer

Im TV-Einschaltquotenrennen

Vorgestern spielten sie in der Glotze direkt hintereinander. Erst die Herren von Eintracht Frankfurt und die Angestellten der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA. Spektakelorientierte fachfremde Medien bezeichnen das gerne als “Kampf um die Nummer Zwei” – hinter dem Langeweile verströmenden Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum (übrigens auch bei den Frauen). Es war kein guter Fussball (1:1 n.V.), dafür lang, und immerhin spannend. 4,9 Mio. glotzten zu, das ist etwa halb so viel, wie beim ARD-Tatort. Danach spielten Frankreich und der DFB guten Fussball – der Frauen: 2:2. Durch ein 1:0 im Hinspiel kamen die DFBlerinnen ins Finale. Das glotzten 5,1 Mio. War auch spannend. Weiterlesen

Stadtbild – Weltbild – Gegenentwurf

Immer, wenn der Anführer der freien demokratischen Welt das zierliche Mündchen spitzt und seine neuesten politischen Erkenntnisse absondert, denke ich, sein Wortschwall kommt aus einem schlecht geschminkten Hühnerpupsloch: Gülle aus der Poperze – weltweit… Wir können riechen, wie der nordamerikanische Präsident den rassistischen Herrschaftsanspruch der weißen Elite, die „Wiedereroberung“ des Landes durchsetzt. Es stinkt nach Faschismus. Und wir stehen nicht mehr auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung, sondern festgetackert auf dem Boden dieser Gülle. Aber es sind ja nicht nur die Hühner: Auch Schweine, Kühe, Kartoffeln, Soldaten und Politiker sorgen für umweltschädliche Sauereien. Weiterlesen

Sie tänzeln eher und smashen nicht

Welch Drahtseilakt die Kunstszene am Bosporus unter Erdoğans repressiver Politik vollziehen muss, zeigt auch die jetzige, ziemlich klandestin geratene Istanbul-Biennale

Zwei ausgestreckte Hände mit gespreizten Fingern aus weißem Gips, um die ein goldener Stacheldraht gewickelt ist. „Selfmade“, die Arbeit der Künstlerin Mariana Vassileva im Istanbuler Kunstmuseum Arter, stammt schon aus dem Jahr 2011, könnte aber kaum symbolischer für die Lage der Künste derzeit sein. Weiterlesen

Do you speak english?

Die Ernährung der Welt ist – am meisten – durch ökonomische Machtkonzentration bedroht

In Deutschland wird viel über die UNO gewettert. Anders als die EU macht die nicht auf Kommando, was die Bundesregierung will. Zu Beginn meines Zivildienstes in der Beueler Herrmannstrasse verurteilten die dort die (west-)deutsche Bundesregierung (damals: SPD/FDP) namentlich für ihre militärische Zusammenarbeit mit dem rassistischen südafrikanischen Apartheidregime. Und das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung hatte alle Hände voll zu tun, die (west-)deutschen Medien – Internet gabs ja nicht – von einer Berichterstattung abzuhalten (“von Moskau gesteuert”). Hat geklappt. Aber ich schweife ab. Weiterlesen

Der Markt des Winterhoff

Toxische Männer – sie sind überall – und nähren Mediathekperlen

Die Ossi-Tatorte der ARD laufen bei den Einschaltquoten meistens unterm Durchschnitt. Kein Wunder, da wohnen ja weit weniger Leute. Der MDR-Tatort von letzten Sonntag hat aber mehr als die 8 Mio. verdient – es sind übrigens danach erneut über 5 Mio. vor der Laber-Paarung Miosga-Klingbeil geflohen. Ich fresse einen Besen, wenn die Drehbuchautorinnen Silke Zertz und Frauke Hunfeld nicht aufmerksam den Bonner Fall Winterhoff studiert haben. Weiterlesen

Reality-TV

Marrokanische Perle – vom Publikum unbemerkt, stellt das meiste Streaming-Zeug in den Schatten

Obwohl doch Schatten in Marokko ein seltenes Luxusgut ist. Was die Menschen in der Refeudalisierung des Oligarchen-Kapitalismus erwartet, davon wissen die Marokkaner*innen einiges mehr, als Andere. Alina Schwermer/taz hat eben beschrieben, wie die Kommerzsport-Grossereignisse Land und Volk aussaugen, und sich Feudalclans die Taschen füllen: “Männerfußball-WM 2030 in Marokko: Viel Glitzer, viel Groll – Marokko investiert Milliarden für die WM. Es geht um wirtschaftliche Transformation, Tourismus und Außendiplomatie. Im Land wächst der Unmut.” Schauen Sie als Kontrastmittel und mit Blick auf die Wirklichkeit diesen Film, der bei den Festspielen in Cannes Premiere hatte, und den Arte Mittwochnacht versenkte: Weiterlesen

Anwält*inn*e*n-Irrsinn

Neuzugang in ZDF-Mediathek: “Suits”

Die Serie mit mittlerweile 9 Staffeln ist schon gut abgehangen, seit 2011. Ich habe sie auch schon auf irgendeinem Privatsender (war es Vox? gibt es den noch?) einige Folgen lang gesehen, und bin dann irgendwann ausgestiegen. Die Selbstreferentialität jener Lackaffen in den USA, die in grenzenloser Bereicherung den Sinn ihres Lebens sehen, war ich irgendwann leid. Andere erzählerische rote Fäden konnte ich nicht entdecken. “Brutal” war allenfalls der Naturalismus und das in Hektik ausartende Tempo. Anderen könnte das gefallen. Weiterlesen

“Auslandsvermarktung”?

Haben wir gelacht …

Das Kartell des Profifussballs (der Herren) mit der Bezeichnung “Deutsche Fussball-Liga” (DFL) klagt seit seiner Gründung über die “nicht gehobenen Potenziale” seiner Auslandsvermarktung. Während es doch bisher durch alle Wirtschafts- und Pandemiekrisen hindurch tadellos gelungen ist, mit dem betriebswirtschaftlichen Rechnungswesen nur mangelhaft vertraute Medienanstalten im Inland unbegrenzt auszunehmen. Die holen sich das dann bei Gastronomen und mit betriebswirtschaftlichem Rechnungswesen nur unzureichend vertrauten Endverbraucher*inne*n. Weiterlesen

Trugbild: Die neue Einsamkeit

Eigentlich sollten Unterhaltung und Erotik Menschen verbinden. Stattdessen weisen die Venus und die IFA, Leitmessen ihrer Branchen, einen anderen Weg.

Im Frühherbst fanden in Berlin zwei traditionsreiche Events statt: Die IFA (ehemals Internationale Funkausstellung, heute „Innovation For All“) ist eine Ausstellung für Unterhaltungs- und Gebrauchselektronik. Die Venus ist eine Fachmesse für Lifestyle und Erotik. Weiterlesen

Mehr als umstritten

Das Stadion-Ranking der 11Freunde

Die Rankingsucht der Medien ist an sich schon eine krankhafte Wichtigtuerei. Von Leuten, bzw. Organen, die es besonders nötig haben: Aufmerksamkeitserregerei und Clickbaiting. Gut, in diesem Fall ist es ihnen mit mir gelungen. Aber nur, weil sie es nicht digital eingemauert haben. Und weil mann nicht ständig klicken muss, sondern scrollen kann. Weiterlesen

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