Wer hätte das gedacht? Ausgerechnet unser Kriegsminister Pistorius, der Mann mit dem bulgarisch-russischen Vornamen, leistet einen ungeahnten Beitrag zur Abrüstung.
Aufgrund der Bedeutung des Wortes wird Boris im Russischen oft als „der Kämpfer“, „der Ruhmreiche“ oder „der Wolf“ interpretiert. Ich gebe ja zu, auch ich habe ihn jahrelang falsch eingeschätzt.
Der macht ja immer so einen auf Kriegsminister, hetzt immer ganz schlimm gegen die Russen, dabei rüstet er die Bundeswehr dermaßen gründlich zugrunde, dass jeder altgediente Wehrkraftzersetzer neidisch wird. Ich bin mir sicher, dass sind bei ihm Spätfolgen seiner intensiven Auseinandersetzung mit dem Pazifismus. An dieser Stelle sei noch mal daran erinnert, dass unser Verteidigungs-Boris der ruhmreiche Kämpfer, der Wolf, oberster Bürger war, ausgerechnet in der von Pazifismus und Vernunft geprägten Stadt Osnabrück. Denn vom November 2006 bis Februar 2013, also insgesamt 76 lange Monate war unser aller Kriegsminister Oberbürgermeister von Osnabrück – der Friedensstadt schlechthin.
Ich bin öfter dort, in der wunderbaren Stadt, mit ihrer fleißigen Kulturszene, die dort von den Mitarbeitern des Kulturamtes wirklich tatkrtäftig unterstützt wird. Osnabrück – das ist da, wo selbst der ÖPNV wo selbst der ÖPNV Spass macht macht.
Diese Stadt erinnert in vielfältiger Weise an ihren früheren Einwohner Erich-Maria Remarque. Es gibt ein Remarque Friedenszentrum auch eine Erich-Maria Remarque Schule. Auch der Westfälische Friedensschluss besteht aus zwei Friedensverträgen, die am 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück geschlossen wurden und den Dreißigjährigen Krieg beendeten.
Nur so kurz zum Verständnis, Schulen – die sind in den Augen des Verteidigungsministeriums so eine Art Reserve-Becken, in denen die Marine und andere Waffengattungen nach neuen Matrosen und anderem Kanonenfutter suchen. Ich brauchte so was Nasses für meine Überleitung zum nächsten Aspekt.
Kriegsschiffe die nicht gebaut werden …
Da geht es um Marineschiffe und zwar solche, für deren Planung dieses pazifistische Schlitzohr im Verteidigungsministerium bisher schon 2,3 Milliarden Euro ausgegeben hat. Nur für die Planung, die er jetzt ersatzlos versenkt hat. 2,3 Mrd. Euro für nichts, statt für marode Schulen oder bezahlbare Wohnungen oder auch gerne für mehr Rente für mich.
Aber immerhin, mit Papier und Bauplanungs-Software lassen sich keine Kriege führen. Das Geld ist futsch – ein Hoch auf den Remarque-Versteher Pistorius
… und Helicopter die nicht schießen können
Doch es geht weiter, denn – er hat es schon wieder gemacht – Boris hat nachgelegt und für 2,5 Mrd. Euro, also noch 200.000.000 Euro mehr als beim Schiffe versenken, Hubschrauber gekauft die nicht schießen können. Das ist doch mal was … Um solchen Schaden anzurichten, müssen sich andere Rüstungsgegner ganz schön lange irgendwo festkleben.
Die bestellten Helikopter können nur fliegen, aber zumindest bisher nicht schießen. Die Bundeswehr kann also mit dem Kram nichts anfangen, ergo könnte man sie doch der Flüchtlingshilfe spenden … Da brauchen sie nur fliegen zu können. Schießen können dann andere, aber bitte nicht auf Menschen. Das gehört sich nämlich nicht. Aber zurück zu dem Wehrkraftzersetzer Pistorius. Zugegeben – in jeder halbwegs funktionierenden Bananenrepublik würde so ein Typ zum Teufel gejagt oder für lange Jahre weggesperrt – nicht bei uns. Bei uns ist er weiterhin der beliebteste Politiker überhaupt. Woran das liegt? Vielleicht an dem seit Jahrzehnte wirkenden „linksgrün-versifften Bildungsbürgertum“. Dessen Einfluss hat sicherlich dazu geführt, dass die breite Mehrheit der Deutschen gar keinen Krieg mehr will und deshalb genau deshalb mögen sie ihren Boris so gerne. Sie haben erfasst, was er für die weltweite Abrüstung bedeutet.
Stellt euch mal vor, wie viele funktionstüchtigen Raketen, Handgranaten, ukrainischen Billig-Drohnen, und vor allem wie viele Nahkampf-Messer man für 4,500.000.000 Euros hätte kaufen können. Stattdessen, komisch angemalte Hubschrauber und wertlose Baupläne für nicht gebaute Fregatten. Man darf gespannt sein, was er noch anstellt.
Demnächst, am 9.12.2026 findet in Osnabrück im Rahmen der Osnabrücker Friedensgespräche eine Diskussionsveranstaltung über den Krieg in Sudan statt. Vielleicht wird unser Abrüstungs-Boris bis dahin die Waffenlieferungen nach Israel, die VAE und Saudi-Arabien einstellen, die beide Kriegsparteien im Sudan unterstützen.

…ihre satire ist beissend, aber wohl bekömmlich herr lorscheid.
und nebenbei erfährt man noch fakten, die weder bild, welt oder spiegel
noch unser öffentlich -rechtlicher rundfunk für skandalös halten.
nun ja, wir haben uns schon so daran gewöhnt, dass eine milliarde nach der anderen
bei diesem oder jenem großprojekt vergeudet wird…..
halt, das stimmt natürlich so nicht, die milliarden kommen schon irgendwo an…..
nur nicht bei denen, die ein paar euro gut bebrauchen könnten.
viele grüße
Besten Dank für diese Glosse.
Mir ist am letzten Wochenende – beim Aufräumen – das Grundsatzprogramm der Grünen BDK 15.-17.03.2002 in die Hände gefallen. Seite 13/14 Menschenrechte und Gewaltfreiheit gute, Seite 145 ff. hervorragende Analyse zum militärisch-industriellen Komplex.
Es hat mich verwundert, dass dieser Text nach dem „völkerrechtswidrigen Angriffskrieg“ auf Serbien 1999, der für Putins Angriff auf die Ukraine quasi eine Blaupause (Kosovo) ist, entstanden ist.
Ich bin, mit mehreren Menschen, wohl angesichts dieses Textes bzw. Bekenntnisses wieder in diese Partei eingetreten, um nach knapp 40 Jahren die kriegstüchtigen Grünen endgültig zu verlassen.
Ich denke auch, dass wir wohl nicht ernsthaft in der Lage sein werden, Russland ein weiteres mal zu überfallen. Vielmehr schaden wir uns mit dieser Beteiligung am Stellvertreterkrieg selbst am meisten.
Dass Grüne mit den Kriegskrediten – aka Schuldenbremse-Ausnahme – die letzte Chance, die Klimakrise einigermaßen in den Griff zu bekommen, selbst zerstört haben, ist schon bemerkenswert.
Ich warte eigentlich nur noch darauf, dass nach Verbot von Linken und AfD die neoliberale Einheitspartei Deutschlands NED gegründet (verordnet?) wird. Einiger und kriegstüchtiger geht’s ja nicht mehr.