Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Corona-Krise

Lindners Stepptanzboden

von Ulrich Horn
Nichts wĂ€hrt ewig. Diese Ă€lteste aller Binsenweisheiten trift auch die FDP. Zwei Hemmnisse könnten ihr demnĂ€chst den Garaus machen: Sie hat sich zum AnhĂ€ngsel ihres Vorsitzenden Lindner gemacht. Und: Ihr Bild vom Menschen, der aus eigener Kraft sein Leben gestaltet, erweist sich in Krisen als Hirngespinst.Weiterlesen…

“Links der CDU/CSU” – die Wand?

Es gibt sie, diese Mehrheit – aber wo ist sie hin?
mit Update 1.9.
Willy Brandt hatte den Begriff einst in einer Bonner TV-Runde geprĂ€gt. Das empörte Aufheulen von rechts bestĂ€tigte ihn in der Cleverness dieser BegriffsprĂ€gung. Allein: eine inhaltliche und strategische FĂŒllung des Begriffs stand aus – bis heute. Die Leere ist noch leerer geworden, bis hin zum Verschwinden einer Opposition links der CDU/CSU. Stattdessen ist es mit Hilfe des Game-Changers Corona gelungen, alles so weit nach rechts zu verschieben, dass hier die CDU/CSU-gefĂŒhrte Regierung ist, und dort die rechten Verschwörungsliebhaber.Weiterlesen…

Ein offenes Rennen

PrĂ€sidentenwahl in den USA – Der Kandidat der Demokraten Biden liegt in den meisten Umfragen vorne. Aber Trump hat noch nicht verloren.
Der Parteitag der US-Republikaner war in mehrfacher Hinsicht eine merkwĂŒrdige Veranstaltung. Erstaunlich vor allem, wie viel Raum dem demokratischen Herausforderer Joe Biden eingerĂ€umt wurde. Üblicherweise arbeitet sich eine Opposition an einer Regierung ab, nicht umgekehrt.

Aber PrĂ€sident Donald Trump und seine Fangemeinde haben die DĂ€monisierung von Biden in den Mittelpunkt des Parteitags gestellt.Weiterlesen…

Liebe wird verboten

von Michael Kleff
Die schöne neue Welt, die vor uns liegt,
So schön, dass man davon kalte FĂŒĂŸe kriegt,
Wird morgen Wirklichkeit, wenn wir nichts dagegen tun.
Die Pillen gibt es lÀngst, die man nur schlucken muss,
FĂŒrs GlĂŒcksgefĂŒhl und gegen Überdruss.
Wir werden schon verplant und schauen auch noch ruhig zu.

Die neue Welt wird Wirklichkeit.
Die PlÀne liegen lÀngst griffbereit.
Bis morgen ist es nicht mehr weit.
Die schöne neue Welt beginnt schon heut.

Das „heute“ in diesem Liedtext war vor vierzig Jahren. Gesungen wurde es 1980 von 
 – ja, von wem?Weiterlesen…

Es geht auch anders

Interview mit MartĂ­n RodrĂ­guez von Wolfgang Ecker
Uruguays SchlachthofbeschĂ€ftige setzten im April mit einem Streik Schutzmaßnahmen gegen Corona durch

Wenn es ein Land weltweit gibt, wo die Fleischindustrie „systemrelevant“ ist, dann dĂŒrfte es das sĂŒdamerikanische Uruguay sein. Die Viehzucht (v.a. Rinder und Schafe) ist der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes, Fleisch das Hauptexportprodukt und gleichzeitig das wichtigste Nahrungsmittel fĂŒr die gut drei Millionen Einwohner*innen. 14.500 Menschen arbeiten in Uruguay in der Fleischindustrie. Rund 4000 davon sind in der Gewerkschaft FOICA-Cerro organisiert. Anfang April setzten sie mit einem einwöchigen Ausstand durch,Weiterlesen…

Laschet: Vom Treiber zum Getriebenen

von Ulrich Horn
Es kam, wie es kommen musste. Zu Beginn der Corona-Krise profilierte sich NRW-MinisterprĂ€sident Laschet (CDU) als Vorreiter fĂŒr die Öffnung des Lockdown. Als sie einsetzte, war die Erleichterung groß. Dann aber wurden ihre unangenehmen Begleiterscheinungen sichtbar. Vorreiter Laschet befindet sich plötzlich auf dem RĂŒckzug. Seine guten Sympathiewerte sind ĂŒber die Öffnung rapide gesunken.Weiterlesen…

Keine Hilfen fĂŒr Unternehmen ohne Auflagen

Kleine und mittlere Unternehmer und SelbstĂ€ndige bilden das RĂŒckgrat der deutschen Wirtschaft. FĂŒr SoloselbstĂ€ndige und Einzelunternehmer hat die Bundesregierung zwar schnelle Soforthilfen beschlossen, aber das Ganze hatte einen Haken: die zumeist 9.000 € durften nur fĂŒr betriebliche Kosten verwendet werden. Das ist fĂŒr viele KĂŒnstler, SoloselbstĂ€ndige und selbstĂ€ndige Dienstleister ohne PraxisrĂ€ume oder WerkstĂ€tten ein Problem. Zum Beispiel fĂŒr Journalist*innen. Viele arbeiten von zu Hause im Homeoffice, mindern aus wirtschaftlichen GrĂŒnden ohnehin ihre Fixkosten und kommen trotzdem in der Krise nicht ĂŒber die Runden, denn Mieten fĂŒr Wohnung, Raten des Autos, Internet und Weiterlesen…

WHO-MÀngel nÀhren Verschwörungsmythen

Kommentar zur WHO-Generalversammlung
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Marionette Chinas. Beide gemeinsam sind verantwortlich fĂŒr die weltweite Verbreitung des Corona-Virus, das in einem chinesischen Labor gezĂŒchtet wurde. Mit diesen Falschbehauptungen rechtfertigt US-Donald Trump seine finanziellen Boykottmaßnahmen und Austrittsdrohungen gegenĂŒber der WHO und versucht von seinen eigenen gravierenden Fehlern im Umgang mit der Pandemie abzulenken. Denn diese Fehler könnten ihn durchaus die Wiederwahl im November kosten.
Das Corona-Virus wurde von US-MilliardĂ€r Bill Gates gezĂŒchtet. Er kontrolliertWeiterlesen…

FlĂŒchtlingsheime gefĂ€hrlich wie Schlachthöfe?

Seit Beginn der Corona-Pandemie existert eine eingeschrĂ€nkte Öffentlichkeit ĂŒber die Lage in FlĂŒchtlingsheimen. WĂ€hrend der heutigen Bundespressekonferenz fragte eine Journalistin per Email nach, wieviele Infektionen es in FlĂŒchtlingsunterkĂŒnften gebe, ob durch Sammellager und ANKER-Zentren, in denen FlĂŒchtlinge auf engstem Raum untergebracht sind, die Bundesregierung nicht GefĂ€hrdungen derselben durch Corona in Kauf nehme. Regierungssprecher Seibert wies die durchaus berechtigte Frage in einer patzigen GeneralerklĂ€rung zurĂŒck,Weiterlesen…

Haben Sie irgendwo …

… die GrĂŒnen gesehen?
Klar, treffen ist verboten. Ich meine also digital. Und ja, ich bin selbst einer. Aber ich trage weder ein gewĂ€hltes Ehrenamt noch ein professionalisiertes Mandat. Die Tage habe ich mal den Veteranen Rolf Beu gesehen, der sich auch in der Krise um den ÖPNV in der Region sorgt. Mit MdB Katja Dörner habe ich kurz korrespondiert, ĂŒber den Lichtblick Markus Gabriel. Das wars dann. Es geht mir auch nicht um Individuen, sondern um Politik. Ich sehe ein Organisationsversagen in der Krise – bei einer Partei, die Regieren können will. Damit bin ich anscheinend nicht allein.Weiterlesen…

Das “Saigon” kĂ€mpft ums Überleben

In der Bonner Nordstadt gibt es das “Saigon” – seit ĂŒber dreissig Jahren die erste Adresse fĂŒr natĂŒrliche fernöstliche und vietnamesische KĂŒche. Die kleinen, gebratenen FrĂŒhlingsrollen, die selbstgewickelten, vegtarischen GemĂŒserollen, Salate, Suppen und viele Gerichte mit Koriander, Minze und vielfĂ€ltigen asiatischen KrĂ€utern sind ein Gedicht. Und im Gegensatz zu manchem “Chinesen” gibt es weder Fleisch, das mit Glutamat weich gequĂ€lt wurde, noch irgendwelche anderen GeschmacksverstĂ€rker und Tricks mit kĂŒnstlichen Aromen. Schon Jahrzehnte, bevor vegan “in” wurde, hatte das “Saigon” einen veganen Kartenteil. Eine weitere Besonderheit des “Saigon”, das nun wie alle Gastrobetriebe in Bonn um die Existenz kĂ€mpft, ist die Geschichte ihrer Besitzerfamilie, ĂŒber die ich hier schon einmal berichtet habe.  Weiterlesen…

Vor der Krise ist nach der Krise

Fast komplettes Herunterfahren und Neustart – dieser Grossversuch beginnt derzeit in Gesellschaft und Ökonomie. Bereits jetzt ist in den deutschen Medien sichtbar, dass der Rest der Welt immer unsichtbarer wird. Es geht nur noch um “uns”- Viele meinen und hoffen, dass jetzt lange beschworene SolidaritĂ€t der Menschen untereinander nicht nur mannigfach praktiziert wird, sondern auch in der öffentlichen Betrachtung den ihr zustehenden Rang bekommt. Doch insbesondere was Letzteres betrifft, rate ich zu grosser Vorsicht.Weiterlesen…

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