Indien – der grösste Datenschutz-Markt der Welt

Von , am Sonntag, 1. April 2018, in Medien, Politik.

Über Indien wissen wir heute in Deutschland weniger als über das “kommunistische” China. Indien war und ist zwar immer mit Russland bzw. früher der Sowjetunion strategisch verbunden, weil es sich vor China fürchtet(e). “Kommunistisch” ist es aber so wenig wie China. Gegenwärtig wird es hindunationalistisch regiert, ungefähr so als würde die AfD eine Atommacht regieren. Auf dem globalen Markt hat es sich eine gewichtige Position auf der Werkbank der reichen Länder gesichert, dank der Herausbildung einer kleinen, wachsenden, gebildeten und kulturell- und sprachkompetenten Mittelschicht.

Die Regierung ist ungefähr so an demokratischen Verhältnissen interessiert, wie die chinesische Führung, oder Donald Trump. Also überhaupt nicht. Da ist es schon regelrecht erfreulich, dass eine Nachricht über staatlichen Datenmissbrauch, einen “Datenschutzskandal” in diesem Land überhaupt das Licht der Weltöffentlichkeit erblickt. Nunja, dpa ist die “Deutsche Presse-Agentur”. Die haben imgrunde alle deutschen Medien abonniert, um Stellen für eigene Redakteur*inn*e*n zu sparen. Gesehen habe ich diese Meldung aber nur bei den verdienstvollen Kolleg*inn*en von heise-online. Obwohl ich täglich ca. 15-20 weitere Onlinemedien lese. Wenn Sie es noch irgendwo anders gesehen haben: bitte melden!

Warum ist das so bemerkenswert für mich? Weil ein Teil des globalen Marktes sichtbar wird – und strategisch gut erreichbar ist – den ich hier vor einigen Tagen für potenzielle europäische Datenschutzstandards beschrieben habe. Es gibt in Indien eine wachsende Schicht von politisch engagierter Intelligenzia, die daran interessiert ist, und selbst oftmals mehr technische Kompetenz und Ideenreichtum mitbringt, als bei uns verfügbar ist. Netzwerke, Bündnisse – hier müssen Knoten hin.

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