Fussball, Sex, Care – Frauen rocken die taz

Von , am Donnerstag, 5. Juli 2018, in Fußball, Lesebefehle, Politik.

Über Alina Schwermer habe ich hier bereits geschwärmt. Sie lieferte jetzt eine der sachlichsten und differenziertesten Analysen zum bisherigen WM-Verlauf. Damit hat sie mehr geleistet, als der milliardenschwere, bräsige DFB, der gemäss der aktuellen Leitlinien des politischen Diskurses wieder in seine guten, alten reaktionären Gewohnheiten zurückkehrt: bei Pressekonferenzen werden keine Fragen mehr zugelassen; stattdessen wird das absaufende Megafon des reaktionären Sektors der herrschenden Klasse, die sogenannte Zeitung Bild wieder privilegiert gefüttert – so wie vor 2004, als Klinsmann “man muss den ganzen Laden auseinandernehmen” anfing.
Da können wir als Freunde des schönen Fussballs nur froh sein, dass die schon ausgeschieden sind. WM-Favorit Brasilien spielt allerdings auch längst – wie seine Putschregierung – im Menottischen Sinne rechts, und bisher leider erfolgreich. Sogar zum Verteidigen der Schauspieleinlagen des Prinzen Neymar hat es Zombie-Legionäre ausgeschickt. Drücken wir also unseren belgischen Freunden den Daumen.
Zurück zur taz: unter dem Pseudonym Kristina Marlen nimmt eine Dame aus der Sexasrbeits-Branche Stellung zum Buch der hier schon erwähnten Svenja Flasspöhler und der #metoo-Debatte. Sie theoretisiert und polemisiert nicht, sondern schreibt aus der Praxis ihrer fundierten Menschenkenntnis von Männern und Frauen.
Und Paula-Irene Villa schreibt zur immer stärker werden Diskussion um Care-Arbeit. Villa hat Recht: diese Arbeit bringt neben starker menschlicher Belastung auch viel Befriedigung. Diese Tatsache ändert aber nichts daran, dass die Bezahlung im Vergleich zu heute verdoppelt werden muss. Daraus resultiert zwingend, dass ein neuer Klassenkampf von unten um die Ressoucen- und Reichtumsverteilung in unserem System entwickelt werden muss.

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