Probleme der Antisemitismus-Bekämpfung

Von , am Freitag, 12. April 2019, in Hörbefehl, Lesebefehle, Medien, Politik.

Das Diskursgelände wird planmässig strategisch vermint. Ich halte mich persönlich schon lange davon fern. Mein Meisterstück schaffte ich 1978, als es mir vom NRW-Landesvorstand der Jungdemokraten aus gelang, ein breites politisches Bündnis für eine Gedenkdemo zum Jahrestag der Reichspogromnacht auf die Beine zu stellen. Seinerzeit fand in Düsseldorf der Majdanek-Prozess statt. Ich war mit meinen damals 21 Jahren sehr stolz, das politisch auf die Beine gestellt zu haben.
Ich wandte mich dann der Anti-Apartheid-Bewegung zu. Andere Kolleg*inn*en, wie z.B. meine politische Freundin Susanne Willems setzten und setzen sich ihr Leben mit dem Gegenstand auseinander. Mir begegnete er vor wenigen Jahren in der Grünen-Ratsfraktion wieder, als ein Grünes Ratsmitglied ohne politische Absprache mit irgendjemandem im Bonner “Integrationsrat” gemeinsame Vorlagen mit islamistischen Erdogan-Freund*inn*en veröffentlichte. Ich merkte schnell, dass ein kompromiss- und ergebnisorientierter Diskurs nicht mehr möglich war. Diese Konfrontationsmentalität kann unter Repressionsbedingungen eine notwendige strategische Option sein. In einer bürgerlich geregelten Demokratie ist sie sektiererisch; und mich persönlich widert sie an.
Jüngst war Extradienst-Autor Andreas Zumach mehrmals zum Opfer dieser jede Diskussion abwürgenden Machenschaften geworden (erst hier, dann hier). Ich bewundere ihn für den Kampfgeist, mit dem er das durchgezogen hat; ich selbst brächte den nicht mehr auf. Darum bin ich sehr, sehr dankbar, dass Stefan Reinecke/taz sich dieser ideologisierten Scharmützel mal mit seinem klaren Kopf angenommen hat. Dankbar auch deswegen, weil in der taz in letzter Zeit jüngere Männer eingezogen sind, die das “Nervöse-Zone”-typische Kratzen an der Oberfläche und Bohren dünnster Bretter übermässig lieben, allein, um in Berlin von besser zahlenden Arbeitgeber*inn*en bemerkt zu werden.
Es gibt auch gute Beispiele. Z.B. im letzten hörbaren deutschen Radioprogramm beim DLF: diese Sendereihe von Ursula Welter aus Frankreich ist Premium. Dafür zahle ich gerne.
Update 15.4.: Und siehe, auch Profifussballvereine können gegen Antisemitismus tätig werden. Es hat eben doch (auch) was mit Fussball zu tun.

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