Die Michael-Jackson-Kritik

Von , am Donnerstag, 18. April 2019, in Beuel & Umland, Lesebefehle, Medien.

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Ich war nie Michael-Jackson-Fan. Sein Kinderstardasein empfand ich eher als Kindesmissbrauch, wie bei den Osmonds. Oder Heintje. Nur selbstverständlich mit besserer Musik. Mit Jacksons Heranwachsen wurde die Musik besser; die war in ihrer Perfektion repekteinflössend, auch auf mich. Die weltbesten Komponisten und Produzenten arbeiteten mit ihm und nutzten die Chance sich zu bereichern. Sein Weisswerden war mir ein Rätsel. Er war der erfolgreichste Popstar seiner Zeit. Warum war er nicht stolz auf sein Schwarzsein? Der Starkult um solche Personen und Persönlichkeiten war mir noch nie geheuer, in keiner Branche (Kultur, Politik, Medien – egal). Dahinter verbirgt sich einerseits professionelle Showmacherei, aber immer auch Versteckspiel und Lüge. Und bisweilen tiefe Abgründe. Insoweit war dieses Kapitel für mich schon lange abgeschlossen, und die publikumsträchtige Ausstellung in der Bundeskunsthalle übt(e) auf mich keine Anziehungskraft aus.
Anders geht es mir mit Klaus Walter, hier gelegentlich schon erwähnt. Ein Zeit- und Altersgenosse, der sich viel gründlicher als ich mit Popphänomenen aller Art beschäftigt hat, und sich sogar davon ernähren konnte. Er hat in der Jungle World eine Jackson-Kritik abgelegt, der ich folgen kann, und die mich in ihrer dramaturgischen Zuspitzung am Schluss gedanklich richtig gepackt hat. Das Urteil bleibt offen, das Denken geht weiter. Ein eigenes kleines Popjournalisten-Kunstwerk. Respekt! Und Dank!

Rossmann in Sizilien

Wenn FAZ-Ruheständler Andreas Rossmann aus Sizilien schreibt, seinem regelmässigen Urlaubsziel, überkommt mich jedes Mal der Zweifel: wird er überhaupt nach Köln zurückkehren? Warum sollte er das tun? Selbst diese kleine Miniatur über eine Konditorei – warum sollte ein vernunft- und lustbegabter Mensch diesen Ort wieder verlassen?
Zumal das Konditorei-Handwerk hier bei uns ausstirbt. Mir hilft Kathy Schaefer-Matijevic zu überleben.

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