Automatisches Fahren – das Rattenrennen ist gestartet

Von , am Samstag, 20. April 2019, in Politik.

Seit 1978 besitze ich keine Auto mehr. Seit den 90ern habe ich keins mehr selbst gesteuert. Flugzeuge fliegen schon per Autopilot, ICEs fahren vorprogrammiert. Vor einigen Jahren sass ich als Beifahrer in einem Daimler-SUV im Berufsverkehrsstau auf der Hamburger Elbchaussee – der fuhr auch schon selbst. Wenn ich während der Fahrt lesen, essen und trinken könnte, würde ich mir meine Allergie gegen das Autofahren noch mal überlegen. Ich gehöre also zur Zielgruppe. Die meisten heute Lebenden werden das Automatisierte Fahren noch erleben – wenn Sie es nicht sowieso schon kennen.
Das bedeutet nicht nur eine Umwälzung der Autoindustrie, eine Umwälzung aller Mobilitätskonzepte, eine Chance für Ökologie und ökonomische Effizienz – es entsteht ein weiterer riesiger Datenschatz, der zu Missbrauch, Bereicherung und politischer Kontrolle einlädt.
Da lässt diese FAZ-Meldung von den Investorenbörsen der Superreichen aufhorchen. Uber, das gerade weltweit das Taxigewerbe ruiniert und das Dienstleistungsgewerbe weiter prekarisiert und proletarisiert, ist “nur” der Drittgrösste in diesem Spekulationsgewerbe. Mit im Rennen das globale Investorenkonstrukt Softbank, das nebenbei auch damit beschäftigt ist den Weltfussball in Gestalt der Fifa zu fressen und als Kollateralschaden den Rechtsstaat in der Schweiz kollabieren zu lassen.
Das Fernfahrergewerbe neigt sich ebenfalls dem Ende zu. Beeindruckend, was heute schon funktioniert. Es unterscheidet sich kaum noch von Güterzügen – virtuelle Schienen auf der Autobahn, endlich! Passen Sie nur auf, dass Sie nicht dazwischen geraten.
Und Datenschutzbeauftragte – übernehmen Sie!

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