Imgrunde ist ja alles in der Ökologie der Erde ein Kreislauf. So ist es auch mit den Pestiziden. Wenn europäische und nordamerikanische Konzerne sie massenhaft herstellen, dann sorgen sie auch dafür, dass sie gekauft werden. Und wer sie gekauft hat, liefert sie in verarbeiteter Form, und zwar egal ob Fleisch oder Gemüse, wieder zurück. Das Tolle an dem “Freihandelsabkommen” mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten ist nun, dass dieses “wieder zurück” noch effizienter und billiger passiert. Ist das nicht grossartig?
Was bei Pestiziden so effizient und preisgünstig gelingt, das findet dann sein Gegenteil bei der Verkehrswende. Dabei, bei diesem Gegenteil, ist Bonn ganz vorne. Planungsdezernent Helmut Wiesner, auf Vorschlag der Grünen in der Jamaika-Koalition vom Stadtrat in sein Amt gewählt, ist ein hartnäckig kämpfender Realist. Was er im GA-Interview präsentierte, ist ein wirklichkeitsgetreues Abbild der Machtverhältnisse in unserer Stadt. CDU und FDP haben bisher immer eine Verkehrspolitik bevorzugt, wie sie ihnen vom Einzelhandelsverband und der Industrie- und Handelskammer nahegelegt wurde. Die Grünen sind empfänglicher für ADFC und VCD (Vorsitzender beim VCD ist Extradienst-Autor Rainer Bohnet). Letztere verzweifeln jedoch oftmals darüber, was unten rauskommt. Von den Grünen muss ihre wachsende Wähler*innen+schaft nicht nur ein ambitionierteres Programm – Papier ist geduldig! – sondern vor allem mehr Politik-Kunst beim Um- und Durchsetzen erwarten können.
Wenn Ihnen das alles nicht reicht, und vor allem zu langsam vorangeht, dann habe ich einen heissen Tipp für Sie: tun Sie mehr, als sich darüber zu Ärgern!