Donald Trump wird vermutlich als Zerstörer internationaler Bündnisse und Ordnungen in die Geschichte eingehen. Sollte ihm eine Wiederwahl gelingen, wird ihm die Vollendung dieses “Werkes” gelingen. Die existenzielle Frage ist: was kommt dann? Sollte es gelingen, einen Labour-Wahlsieg in UK zu verhindern, wird sich auch das “Vereinigte Königreich” auflösen. Schottland und Irland werden eigene Wege gehen, England bleibt als Trumps Pudel übrig. Satisfaktionsfähige Bündnispartner für irgendjemand anderen auf der Welt sind sie dann mit Sicherheit nicht.
Das erklärt das grenzenlose Stammeln ihrer bisherigen Bündnispartner. Wer will mit ihnen gegen China in den Krieg ziehen? Wer mit ihnen und MBS gegen den Iran? (dass danach die Öl- und Gaspreise explodieren, ist gewiss im Interesse von Trumps Fracking-Industrie). Türsteher eine Seeastrassenecke weiter haben sich schon positioniert. Wer glaubt der Johnson-Administration noch ein Wort in ihrem fortgesetzt erhitzten “Kalten Krieg” gegen Russland? Update abends: Eine unabhängig-kritische Bewertung der Auseinandersetzung um die Moskauer Kommunalwahlen gibt Ulrich Heyden/telepolis.
Wer sich in diesen Spannungssituationen von Trump und Johnson in Fallen locken lässt, in Berlin haben sich längst Kandidat*inn*en fast aller Parteien dafür schon gemeldet, meldet sich bei den Wähler*inne*n ab. Das ist der Preis des Dabeiseinwollens, den sich insbesondere leichtfertige SchwarzGrüne merken müssen.
Günter Bannas beschreibt die Berliner Nervosität absolut angemessen am Beispiel der zwei mächtigsten Frauen in Deutschland: “Doch wer weiß schon, was noch kommt – mit Merkel, Kramp-Karrrenbauer und anderen.”