Dunkle Wolken über Schalke und Massentierhaltung

Von , am Dienstag, 30. Juli 2019, in Fußball, Politik.

In Gelsenkirchen-Schalke würden sie sich in den Schrebergärten sicher freuen, wenns mal regnet. Die hier zu meldenden dunklen Wolken haben eine andere Konsistenz: sie bestehen aus Fleisch und Geld, und von beidem sehr viel. Schon in benachbarten Stadtteilen in Gelsenkirchen, und erst recht ausserhalb dieser idyllischen Grossststadt, verstehen die Leute unter “Schalke” S04, den grössten Arbeitgeber der Stadt. Es handelt sich um einen Fussballkonzern, der sich seit 2001 von dem Schlachtoligarchen Clemens Tönnies regieren lässt.
Kein schlechtes Wort dazu von Christian Heidel, der letzten Samstag erstmals nach seinem Rausschmiss in der TV-Glotze aufgetreten ist. Tönnies regiert nicht nur dieses Fussballgrossunternehmen. Seine Hauptreichtumsquelle ist das Vorantreiben des Klimawandels durch Massentiererzeugung, -schlachtung, -verkauf und aller Dienstleistungen drumherum. Der neue Familienstreit in seinem Feudalclan geht, nach Angaben der Gegenseite, u.a. um die hemmungslose Ausbeutung tausender unterbezahlter Werkvertragsarbeitnehmer*innen.
Die Schweine, die der Tönnies-Konzern alle schlachtet, schaffen wir hierzulande niemals aufzuessen – niemand will das, aber selbst wenn wir alle wollten! Darum ist der Konzern exportorientiert, ganz wie es kapitalistische Globalisierung verlangt. So wird nebenbei kleingewerbliche Landwirtschaft in den Export-Zielländern unrentabel gemacht und niederkonkurriert – auf dass deutsche Tierfabriken obsiegen und ihre Besitzermilliardäre (sich) mal wieder bewiesen haben, dass sie den Längsten haben. Politisches Aufsehen hatte Herr Tönnies, Clemens, damit erregt, dass er mit “seinem Freund” Wladimir Putin über den Bau von Schlachtfabriken in Russland geredet hat, und dabei nebenbei ein Gazprom-Sponsorenvertrag mit S04 vom Tisch gefallen ist.
Unterhaltsame Dönekes. Jetzt scheint es doch mal wieder um was Ernstes zu gehen (Bericht bei der WAZ nur hinter Paywall; bei der SZ online zugänglich). Gelsenkirchen, regiert von Rheda-Wiedenbrück. Peinlich.

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