Epstein – Maxwell – Murdoch – Blavatnik

Von , am Dienstag, 13. August 2019, in Medien, Politik.

Mr. Epstein ist jetzt so tot wie Robert Maxwell. Aber beide schlagen Wellen über ihren Tod hinaus. Aus den Epstein-Ermittlungen sickerte durch, dass Robert Maxwells Tochter Ghislaine für ihn gearbeitet habe, u.a. als Puffmutter. Nach Papa Roberts unaufgeklärtem Tod muss die Tochter abgefunden worden sein, um keinen die Öffentlichkeit beschäftigenden Wirbel zu machen. Aber in der High Society sind die Lebenshaltungskosten hoch. Da traf sich der Epstein-Kontakt für Mrs. Maxwell gewiss gut.
Ihres Vaters Tod schuf die freie Bahn für Rupert Murdoch auf dem britischen Medienmarkt. Maxwell, mit nicht geringerem Grössenwahn als Murdoch, hätte als Konkurrent die Preise verdorben. Murdoch spielte mit Tony Blair und den Gipfel seiner zweifelhaften Lebensleistung bildet gewiss der heutige US-Präsident.
Sie alle dürften Mr. Epstein und Mrs. Maxwell für sich arbeiten gelassen haben. Epstein ist tot. Wird Mrs. Maxwell auch dieses Mal schweigen? Über Clinton und Trump? Auch die französische Regierung soll beunruhigt sein und Ermittlungen planen. Revanche für Strauss-Kahn? Oder ein Zusammenhang?
Der alte Murdoch (88) ist aus dem Gröbsten raus. Teile seines Imperiums hat er schon zu Cash gemacht (21th Century Fox, Sky) um sein Erbe besser verteilen zu können.
Darunter leidet der Fussball. Wenn Murdoch als Bieter ausfällt, bremst das die Versteigerung der TV-Rechte. Die Situation in Deutschland beschreibt Dietrich Leder/Medienkorrespondenz, wie immer mit angemessener Schärfe. Leon Blavatnik wird der neue Ernährer. Öffentlich agiert er bemerkenswert diskreter als der jähzornig-herrschsüchtige Murdoch. Politisch pflegt er Beziehungen in alle Richtungen, weltweit. Für einen waschechten Mafioso ist das mit Abstand die Klügste aller Verhaltensoptionen.
Genau richtig für das bigott-brave und reiche Deutschland. Natürlich gibt es auch hier Epstein-Kunden und Blavatnik-Satrapen. Aber bitte: Diskretion, keine Windmacherei.

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