Sorry RWE

Von , am Donnerstag, 3. Oktober 2019, in Fußball.

Es war die Saison 1964/65 der Regionalliga West, in der mich das Virus packte. Es gibt keine Behandlung dagegen, besser ist es zu lernen damit zu leben. Mein Oppa mütterlicherseits war RW Essen-Fan. Heute sollen es angeblich weit über 1.000 gewesen sein, die sich auf den Weg zum Grenzland-Stadion in Mönchengladbach gemacht haben sollen, und damit das Auswärtsspiel von RWE gegen Borussia Mönchengladbach U23 in ein Heimspiel verwandelt haben müssen. Hat nichts genützt.
Wie schon 1965 auf dem Bökelberg. Es war der vorletzte Spieltag, Sonntag, 16.5.1965. Mit einem Sieg konnte die Borussia nicht nur die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga, sondern auch die Westmeisterschaft (sowie eine “leichtere” Aufstiegsrundengruppe) klarmachen. Und das tat sie auch. Mit Toren von Heynckes (21.), Rupp (59.), wieder Heynckes (62.) Netzer (65.) war der Drops zügig gelutscht. RWE kam mit Hasebrink (72.) und Feigenspan (76.) noch mal näher, aber Rupp (84.) sorgte für einen gefeiertes 5:2. Und um mich war es geschehen. Nicht im Stadion, sondern bei Oppa vor der schwarz-weissen Sportschau. Den alten Fernseher bekamen wir dann geschenkt.
Heute mittag war es nicht die erste Mannschaft, die ist gerade in Istanbul, sondern die U23, die RWE die Fussballgrenzen aufzeigte. 3:2, mit einer spannenden Schlussphase, als die Essener das Anschlusstor gemacht hatten. Gut dass mein Oppa das nicht mehr erleben muss; Friedrich Küppersbusch ist Kummer gewohnt, der wird es aushalten und sich von dem Elend ablenken. Denn vor RWE liegen in der Regionalliga West von heute (4. Liga, und nicht mehr Zweite wie 1965) die westfälischen Metropolen Rödinghausen und Verl. Den Weg dahin könnte ich Ihnen nicht erklären.

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