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Das regionale Medienmonopol im Ruhrgebiet, die zur Funke-Mediengruppe gehörende WAZ, in meiner Jugend die bedeutendste und mĂ€chtigste Regionalzeitung Deutschlands (nur Bild hatte eine höhere verkaufte Auflage, der WAZ wurde aber mehr geglaubt; wenig davon ist geblieben) berichtet ĂŒber RĂŒcktrittsforderungen beim Regionalverband Ruhrgebiet. Aber nur hinter Paywall, also fĂŒrs breite digitale Publikum unzugĂ€nglich. Also erinnerte ich mich an den Regionalblog Ruhrbarone, und siehe, ich wurde fĂŒndig.
Die EindrĂŒcke meiner LektĂŒre fasse ich so zusammen: die einstige rot-grĂŒne Landesregierung hatte die prinzipiell gute, ja geradezu revolutionĂ€re Idee, Akteur*inn*e*n und BĂŒrger*innen an der Basis die Regionalplanung selbst machen zu lassen. Und zwar nicht jeweils um den eigenen Kirchturm herum, sondern gemeinsam fĂŒr einen Raum, in dem die Stadtgrenzen fĂŒr die Alltagspraxis der Einwohner*innen jede Bedeutung verloren haben. Praktisch ist das Ruhrgebiet die grösste deutsche Stadt. Nur fĂŒr seine BĂŒrokratie und seine Politiker*innen nicht – also alle, die durch Zusammenarbeit was zu verlieren hĂ€tten.
Diese gute Idee der damalige Landesregierung wurde jedoch nicht in politische Praxis ĂŒbersetzt. Weder wurde der Regionalverband Ruhrgebiet fĂŒr diese wichtige Aufgabe adĂ€quat ausgestattet – die MitgliedsstĂ€dte mĂŒssten nicht nur Macht sondern auch Geld (MitgliedsbeitrĂ€ge) abgeben. Noch hatten die besten Leute aus den Parteien ĂŒberhaupt Lust, sich dort in komplizierten Sitzungen den Hintern plattzusitzen. In öffentlich kaum beachtete Regionalgremien werden darum vorzugsweise (Ausnahmen gibt es immer) von ihren Fraktionen Leute delegiert, die noch Zeit ĂŒbrig, generell nicht so viel zu tun haben, und aus diversesten GrĂŒnden nicht so gerne zuhause sind, um Zeit zum Nachdenken zu haben – klassisches politisches Prekariat.
Insofern fĂŒrchte ich, dass Ruhrbarone-Macher Stefan Laurin mit seinem Politikerbashing – schliesslich war er selber einer, beim ersten Schwarz-GrĂŒn in Gladbeck – nicht in allen FĂ€llen Unrecht hat. Sein Lob fĂŒr meinen Ex-Chef Thomas Rommelspacher teile ich, seine Beschimpfung meines Ex-Kollegen Martin Tönnes dagegen nicht. Aber ich bin heute zu weit weg, um mir ein eigenes Urteil ĂŒber den aktuellen Konflikt zu erlauben.
Immerhin ist es bei den Ruhrbaronen gut nachzulesen, und ausserdem detailschĂ€rfer als in den ahnungslosen Texten der ĂŒberlasteten Lokalpresse. Auch die RVR-GrĂŒnen Ă€usserten sich sporadisch, aber nur begrenzt erhellend.

40 Jahre Titanic

Dazu gibts einen launigen Bericht von Edo Reents/FAZ.

Christian Streich

Der dienstĂ€lteste und allerbeliebteste aller Bundesligatrainer Christian Streich/SC Freiburg, derzeit mit dem besten Saisonstart des SC Freiburg aller Zeiten, bekommt eine WĂŒrdigung durch Christoph Ruf/SZ.

Gladbach-Fans in Istanbul

Wie es zum Konflikt zwischen tĂŒrkischen PolizeikrĂ€ften und den AuswĂ€rtsfans von Borussia Mönchengladbach in Istanbul-Basaksehir kommen konnte, erklĂ€rt Rainer Hermann/FAZ. Ein weiteres kleines Indiz fĂŒr die Erosion des Erdogan-Regimes.