Als Spitzenreiter kann mann Geschenke verteilen. Das tut Borussia Mönchengladbach bisher sehr gerecht. So haben wir beim BVB verloren (zweimal), damit die Herren Watzke und Zorc keine billige Ausrede bekamen unseren alten Freund Lucien Favre für teuer Geld rauszusetzen. Noch schöner die Niederlage gestern: gibt es eine bessere Pointe zum Einzug der Geldsäcke bei den Angebern von Hertha BSC, als einen 5-Punkte-Vorsprung von Union? Ich ertappe mich selbst anhand dieser Gedanken dabei, dass noch wichtiger als eine jetzt wieder unrealistisch gewordene Meisterschaft der Borussia für mich wäre, dass die Säcke, die vor Geld nicht laufen können, so oft wie es nur geht über ihre eigenen Beine stolpern sollen.

Fleischwolf oder Integrationsmaschine?

In diesem Zusammenhang: die verehrte Alina Schwermer/taz hat eine supertreffende Analyse des Fußballs in Deutschland geliefert. Fürs Business werden Massen von Kindern im Sinne des Wortes durch den Fleischwolf gedreht. Schön für die kleine Minderheit, die es durch die Integrationsmaschine Fußball nach weiter oben schafft. Die Mehrheit der Talente dagegen wird wieder ausgeschissen.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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